Stadt Oldenburg und OLEC legen aktualisierte Studie zur Energieregion vor

„Der Nordwesten spricht mit einer Stimme“

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Im Weser-Ems-Gebiet liefern mehr als 68000 Anlagen aus regenerativen Quellen 7,4 Prozent des in der Bundesrepublik Deutschland produzierten Stroms.

Oldenburg - Die Energiewirtschaft ist mit mehr als 35000 Arbeitsplätzen und einem Anteil von 4,7 Prozent Beschäftigen einer der Jobmotoren in der Region. Besonders der Ausbau erneuerbarer Energien hat für einen Schub gesorgt. Das zeigt die aktualisierte Potenzialstudie „Energieregion Weser-Ems“ auf, die von der ARSU GmbH und der regio gmbh im Auftrag des Oldenburger Energieclusters (OLEC e.V.) sowie der Stadt Oldenburg überarbeitet wurde. Sie umfasst jetzt auch den Landkreis sowie die Stadt Osnabrück und bildet damit den ehemaligen Regierungsbezirk Weser-Ems komplett ab.

Dessen energiewirtschaftliche Stärken sind, so offenbart die Studie, breit gefächert. Einerseits sei die Region eine der wichtigsten deutschen und europäischen Drehscheiben für die fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle, geht daraus hervor. Über die Seehäfen würden im bundesweiten Maßstab jeweils ein Drittel der Kohle und ein Viertel des Öls umgeschlagen. Gleichzeitig sei Weser-Ems aufgrund der vorhandenen Kavernen ein wichtiger Speicher für Öl und Gas. Hierzulande lagerten nicht nur zwischen zehn und 35 Prozent der Energiereserven; die Region sei aufgrund der Speichermöglichkeiten auch ein wichtiger Knotenpunkt in den niederländischen und norwegischen Erdgaspipelines.

Andererseits sei Weser-Ems eine der bedeutendsten Regionen für die Branche der erneuerbaren Energien. Hier lieferten mehr als 68000 Anlagen 7,4 Prozent des in Deutschland produzierten Stroms. Diese Technologien kämen auf eine installierte Nennleistung von 6600 Megawatt und lägen deutlich über den konventionellen Kraftwerken, die eine Kapazität von 5600 Megawatt hätten. Das spiegele sich auch in den Arbeitsplätzen wider. Von den 35000 Beschäftigten arbeiteten allein 12000 bei regenerativen Anlagenbauern oder deren Zulieferern.

„Die Region hat bisher erheblich von den erneuerbaren Energien profitiert, was sich auch in der Wertschöpfung widerspiegelt. Erfreulich ist, dass der Nordwesten mit einer Stimme spricht und die Akteure sehr eng miteinander kooperieren“, freut sich Ulrich Scheele, Mitautor der Studie und Gesellschafter der ARSU GmbH.

Ein prominentes Beispiel sei die „Wissensvernetzung Weser-Ems“, zu der sich 17 Landkreise und kreisfreie Städte im ehemaligen Regierungsbezirk zusammengeschlossen haben. Über Masterpläne wollen die Akteure die Stärken der Region weiter ausbauen. Ein Schwerpunkt ist neben der maritimen Wirtschaft und dem Agrarsektor die Energiewirtschaft. Handlungsbedarf werde unter anderem „bei der Akzeptanz für einen weiteren Ausbau erneu-erbarer Energien und deren Integration in die Stromnetze gesehen“, so Scheele. Die Region habe zwar erheblich von diesen Technologien profitiert; sie komme aber auch an die Belastungsgren-zen. Dieses Akzeptanzproblem ziehe sich durch die gesamte Energiewirtschaft und mache neue Formen der Bürgerbeteiligung notwendig. Genau an diesem Schlüsselthema werde intensiv im OLEC gearbeitet und geforscht.

Die Neuauflage der Potenzialstudie steht im Internet kostenfrei zum Download zur Verfügung.

www.energiecluster.de

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