UWG schlägt eigene Klassen für Flüchtlinge als Nachnutzung der Hunteschule vor

Ausschuss will Förderschulen erhalten

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Die Zukunft der Hunteschule ist offen. Archivfoto: ten

Landkreis - Der Schulausschuss des Landkreises Oldenburg hat Landrat Carstens Harings gestern beauftragt, sich bei der Landesregierung für den Erhalt der Förderschulen Lernen einzusetzen. Diesem bis auf eine Enthaltung einstimmigen Beschluss ging eine aufgeregte Debatte voraus.

Die SPD um Franz Duin und die Grünen wiesen auf die aktuelle Gesetzeslage hin. Diese sieht vor, dass Förderschulen (FS) Sprachen wie in Neerstedt Bestandsschutz haben, aber die FS Lernen wie die Hunteschule in Wildeshausen ab 2017 keine neuen Schüler aufnehmen dürfen.

„Der Landesgesetzgeber hat es so entschieden, wie es ist“, mahnte Duin. Der Kreistag könne keine Landesgesetze machen und in Hannover sei die Diskussion dieser Frage abgeschlossen. Als mögliche weitere Verwendung für das Gebäude der Hunteschule verwies er auf die Stadt Wildeshausen. Diese sei selbstverständlich daran interessiert, die Räumlichkeiten zu übernehmen. „Muss man unbedingt eine neue Grundschule bauen, wenn ein bestehendes Gebäude leer steht?“, fragte er rhetorisch.

Gleichzeitig lobte Duin die Idee von Wolfgang Däubler (UWG). Dieser hatte angemerkt, es gäbe 320 Flüchtlingskinder im Landkreis. Diese könnten in eigenen Klassen zusammengefasst und an den FS angesiedelt werden. So ließen sich die allgemeinbildenden Schulen entlasten und die Standorte der FS stärken. Durchs Unterrichten kämen sie in die deutsche Kultur hinein. „Aber die Kinder sollten auch in ihrer eigenen Sprache unterrichtet werden“, schlug Däubler vor. Unter den Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, gäbe es ja auch Lehrer. „Die Schüler können dann ab einem gewissen Zeitpunkt Syrien und den Mittleren Osten wieder aufbauen“, schlug Däubler vor.

Die Diskussion um eine Nachnutzung der Hunteschule sei äußert gefährlich, mahnte Horst Siemers (CDU). Mit einer Debatte darüber gäbe man die Zukunft der Förderschulen auf.

Schließlich entschied der Ausschuss einstimmig, dass Landrat Harings in Hannover – möglichst Seite an Seite mit anderen Landkreisen – versuchen soll, Möglichkeiten für das Fortbestehen der FS Lernen auszuloten.

bor

Lesen Sie hier einen Kommentar zu dem Thema: Idee führt zur Paralellgesellschaft

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