Prozessauftakt wegen schweren Raubes

Zeugen zittern vor Angeklagtem

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Mediengruppe Kreiszeitung

Delmenhorst - Wegen versuchten besonders schweren Raubes muss sich seit Dienstag ein 32-jähriger Delmenhorster vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 17. Mai vergangenen Jahres ein Pärchen in dessen Delmenhorster Wohnung brutal überfallen, mit einem Messer bedroht und mit einem Tisch verletzt zu haben.

Der 32-Jährige soll Geld und Schmuck verlangt haben, andernfalls werde er die Opfer „abstechen“ und sie durch ein Fenster nach draußen stoßen. Weil das Pärchen aus Panik laut um Hilfe schrie, soll der Angeklagte schließlich seinen Plan aufgegeben haben und geflohen sein. Zurück blieben völlig verängstigte Opfer. Und genau das ist das Problem in dem jetzigen Verfahren. Die Opfer können und wollen nicht als Zeugen aussagen.

Sie reichten nun zwei Atteste ein. Sie seien erkrankt und nicht belastbar, hatten zwei Ärzte bescheinigt. Wenn es aber doch zu einer Aussage kommen müsse, müsste jedenfalls der Angeklagte aus dem Sitzungssaal entfernt werden, raten die Mediziner. Doch dagegen setzt sich die Verteidigung heftig zur Wehr. Ein Gespräch des Vorsitzenden mit den Zeugen, die trotz der Atteste erscheinen mussten, offenbarte dann noch mehr Schwierigkeiten.

Die Zeugen haben nämlich nicht nur Angst vor dem Angeklagten, sondern auch vor den zahlreichen Zuhörern im Saal. Nun sollen sie psychiatrisch begutachtet werden. Es soll geklärt werden, wie schwer sie leiden. Nur so lassen sich eine mögliche Entfernung des Angeklagten aus dem Saal und ein möglicher Ausschluss der Öffentlichkeit vom Verfahren begründen.

Wegen der Vorwürfe stand der Angeklagte schon einmal vor dem Amtsgericht Delmenhorst. Doch dort wurde festgestellt, dass es sich nicht nur um einen versuchten, sondern womöglich um einen vollendeten besonders schweren Raub handeln könnte. Dafür aber reicht die Strafgewalt eines Amtsgerichtes nicht aus. Es kann „nur“ Gefängnisstrafen von bis zu vier Jahren verhängen. So oder so: Das Verfahren wäre sowieso beim Landgericht gelandet. Denn mittlerweile hat ein Psychiater bei dem Angeklagten eine schwere Psychose diagnostiziert, weswegen auch seine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie zu prüfen ist. Und dafür ist das Landgericht zuständig.

wz

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