Prozessauftakt: Oldenburger soll Freundin schwer verletzt haben

Flucht durchs Fenster

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Mediengruppe Kreiszeitung

Oldenburg - Wegen versuchten Totschlags muss sich seit Freitag ein 24 Jahre alter Mann aus Oldenburg vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichtes verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 11. August 2015 seine ein Jahr jüngere Freundin in der gemeinsamen Wohnung durch Tritte ins Gesicht schwer verletzt zu haben. Laut Anklage hat er den Tod der Frau billigend in Kauf genommen.

Schwer verletzt war die 23-Jährige – laut Anklage aus Angst – aus einem vier Meter hohen Fenster auf die Straße gesprungen und hatte sich dabei beide Füße gebrochen. Am Freitag räumte der Oldenburger den äußeren Sachverhalt ein, will aber versucht haben, seine Freundin von dem Sprung aus dem Fenster abzuhalten.

Er sei am Tattag wütend gewesen. Er habe nicht in die Wohnung gekonnt, seine Partnerin habe ihn stundenlang warten lassen. Dann sei ein heftiger Streit zwischen ihnen ausgebrochen. Er habe seine Freundin geschlagen und getreten, sie habe ihn gebissen, so der Angeklagte.

Nach seiner Darstellung soll die 23-Jährige nach dem Angriff mehrmals zum Sprung aus dem Fenster angesetzt haben, doch jedesmal habe er das Fenster wieder schließen können. Dann habe er den Raum verlassen, und sie sei gesprungen. Er sei nach draußen geeilt. Da habe schon ein Passant seine schwerverletzte Freundin mit einem Handy gefilmt. Er habe ihn verscheucht und die Frau zurück in die Wohnung getragen, sagte der Angeklagte.

Ist der 24-Jährige am Ende doch nur ein guter Mensch? Von dem Gegenteil kann auch die Polizei ein Lied singen. Mit vier Beamten war sie in der Tatnacht angerückt. Doch der Angeklagte hatte ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen und sie aufs Übelste beleidigt. Die Beamten verschafften sich dann aber doch Zutritt zur Wohnung. Schwerverletzt lag die Freundin des Angeklagten auf dem Sofa. Doch zunächst musste der 24-Jährige beruhigt werden. Den Ermittlungen zufolge tobte er wie ein Wahnsinniger.

Pausenlos beleidigte er die Beamten. Dann bespuckte er sie mit Blut und rief, dass er HIV-positiv sei. Erst der Faustschlag eines Beamten direkt ins Gesicht des Angeklagten konnte das Spucken stoppen. In Hand- und Fußfesseln wurde der 24-Jährige aus der Wohnung getragen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Das Verfahren wird nun am 4. Februar fortgesetzt. Dann soll die Freundin des Angeklagten als Zeugin gehört werden. Sie nimmt an dem Verfahren als Nebenklägerin teil.

wz

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