Prozessauftakt gegen 55-Jährigen

Nachbarin fast zu Tode geprügelt

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Mediengruppe Kreiszeitung

Oldenburg - Wegen besonders schwerer Vergewaltigung, brutaler Misshandlung und gefährlicher Körperverletzung muss sich seit gestern ein 55 Jahre alter Mann aus Oldenburg vor dem Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, sich am 1. Juni dieses Jahres an seiner Nachbarin vergangen zu haben. Die 28-Jährige hat ein Martyrium hinter sich.

Die Frau wohnt in einem Mehrfamilienhaus im fünften Stockwerk, der Angeklagte im sechsten. Lange war der 55-Jährige der nette Nachbar von nebenan. Doch als die 28-Jährige einen Freund hatte, war es mit der Nettigkeit vorbei gewesen. Der Oldenburger soll in die Frau verliebt gewesen sein. Das schlug nun in Hass um.

Am Tattag stürmte der Angeklagte in die Wohnung der Nachbarin, schlug sie mit wuchtigen Faustschlägen nieder und hielt ihr einen geladenen und entsicherten Revolver an den Kopf. „Ganz ruhig, sonst knall‘ ich dich ab“, hatte er zu der 28-Jährigen gesagt. Die Frau musste sich entkleiden. Laut Anklage trat der 55-Jährige nun mit äußerster Wucht in den entblößten Genitalbereich der Frau. Dann würgte er sie, schleuderte sie durch die Wohnung, fixierte mit seinem Fuß ihren Kopf auf dem Boden und versetzte der Frau wuchtige Faustschläge gegen den Kiefer. Anschließend soll er die 28-Jährige mit der Faust und einem Stuhlbein vergewaltigt haben. Nach 20 Minuten knebelte und fesselte er die Frau und verschwand. Die 28-Jährige war sehr schwer verletzt worden, vor allem im Genitalbereich.

„Ich dachte, ich sterbe“, sagte die Frau gestern als Zeugin und Nebenklägerin. Mehrmals musste sie die Schilderung des Grauens unterbrechen. „Er hat mich Dreck-Schlampe genannt“, sagte die 28-Jährige, die sich den brutalen Angriff eigentlich nicht erklären kann. Er habe ihren Genitalbereich „ein Stück Dreck“ genannt.

Der 55-Jährige wollte gestern zu den Vorwürfen noch nicht viel sagen. Über seinen Anwalt ließ er ausrichten, dass er sich am Tattag wohl etwas daneben benommen habe. Er hat eine sehr hohe Strafe zu erwarten.

wz

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