Prozess um sexuellen Missbrauch an Patienten im Heim ist mit Schwierigkeiten behaftet

Zwei der drei mutmaßlichen Opfer sind bereits verstorben

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Mediengruppe Kreiszeitung

Delmenhorst/Oldenburg - Der Prozess gegen den 64 Jahre alten Mann aus Delmenhorst, der sich zurzeit wegen sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen vor dem Oldenburger Landgericht verantworten muss, gestaltet sich äußerst schwierig. Mittlerweile sind zwei der drei mutmaßlichen Opfer verstorben, und das dritte, eine 74-jährige Frau, ist aufgrund einer geistigen Störung nicht vernehmungsfähig.

Wie diese Zeitung berichtet hat, muss sich der Angeklagte verantworten, weil er Bewohnerinnen von zwei Pflegeheimen sexuell missbraucht und mit ihnen auch den Geschlechtsverkehr vollzogen haben soll. Weil die Opfer geistig behindert waren, sind die Fälle als Missbrauch widerstandsunfähiger Personen angeklagt worden. Der

Ist die Anklage

zu halten?

64-Jährige wohnte zu den Tatzeiten in den jeweiligen Pflegeheimen. Auch er ist in seinen geistigen Fähigkeiten stark eingeschränkt. Nachdem es zunächst in einem Pflegeheim zu sexuellen Übergriffen gekommen sein soll, war der Angeklagte in ein anderes Pflegeheim verlegt worden. Laut Staatsanwaltschaft soll es aber auch dort zu Missbrauchsdelikten gekommen sein. Das Gericht muss mit Hilfe eines Psychiaters nun die Frage erhellen, inwieweit der 64-Jährige schuldfähig war. Vor allem aber muss geklärt werden, ob die Anklage überhaupt hält. Damit der Tatbestand des sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen erfüllt ist, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein.

Die 74-Jährige, das dritte mutmaßliche Opfer, soll in der Lage gewesen sein, sich zumindest verbal zur Wehr zu setzen. Das würde den angeklagten Tatbestand möglicherweise in Frage stellen. Weil aufgrund des Gesundheitszustandes des Angeklagten pro Verhandlungstag nur drei Stunden lang verhandelt werden kann, zieht sich das Verfahren in die Länge. Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres ist der Angeklagte vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Ob daraus eine endgültige Unterbringung wird, bleibt abzuwarten. Der Prozess wird mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt.

wz

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