Projekt startet in Oldenburg / Beheizung von 20000 Quadratmetern Wohnfläche

Wärmegewinnung aus dem Abwasserkanal

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Die Projektbeteiligten freuen sich über den Fortschritt am Alten Stadthafen: Dirk Onnen, Reinhard Hövel, Gerd Dinklage, Gabriele Nießen, Gerd Iwanuk, Dr. Michael Janzen (v. l.).

Oldenburg - Eine ganze Branche schaut in diesen Wochen auf Oldenburg: Am Alten Stadthafen entsteht ein neues Wohnviertel. Dort soll künftig die Abwasserwärme für die Beheizung von rund 20000 Quadratmetern Wohnfläche genutzt werden. Es wird das bundesweit größte Projekt dieser Art.

Seit 2010 arbeitet der Fachdienst Umweltmanagement der Stadt Oldenburg zusammen mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) und dem Institut für Rohrleitungsbau (iro) der Jadehochschule an dem Ziel, Abwasserwärmepotentiale in der Stadt ausfindig zu machen und Projekte konkret umzusetzen.

Stadtbaurätin Gabriele Nießen freut sich über die von der Stadt initiierte kooperative Projektentwicklung am Alten Stadthafen: „Die Nutzung von Abwasserwärme zur Beheizung von Wohngebäuden ist ein Baustein des integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes (InEKK) der Stadt Oldenburg, um dessen Umsetzung wir uns intensiv bemühen.“

Die Gesellschaft Kubus Immobilien als Projektentwickler nutzt mittels Wärmepumpentechnologie das Kanalnetz des OOWV als Wärmequelle für seine Gebäude. Oldenburgs durchflussstärkster Mischwasserkanal mit einem Durchmesser von 1,50 Metern steht quasi direkt vor der Haustür zur Verfügung. Dr. Michael Janzen, Leiter des Trink- und Abwasserzentrums des OOWV in Oldenburg, spricht von einem Leuchtturm-Projekt, das weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt. „Die Technik ähnelt der Energiegewinnung aus Erdwärme. Allerdings ist das Abwasser eine konstantere Wärmequelle“, erklärt er. Der Grund: Die durchschnittliche Temperatur im Mischwasserkanal beträgt rund zehn Grad. Durch einen Wärmetauscher, der in den Kanal eingebaut wird, und eine entsprechende Wärmepumpe kann die Eingangstemperatur auf Heizniveau gesteigert werden.

Für die Wärmeversorgung der geplanten Wohnfläche sind ein Abwasserwärmetauscher von rund 200 Metern und eine Gesamtinvestition von etwa 750000 Euro geplant. „Mit der Realisierung dieser Anlage wird Deutschlands größtes Projekt dieser Art fertiggestellt“, erläutert Gerd Dinklage, Geschäftsführer des Planungsbüros Energie-Haus-Halt.

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