In 7 von 22 untersuchten deutschen und belgischen Biersorten

Pflanzengift in deutschem Bier gefunden

Oldenburg - Forscher haben umstrittene Unkrautvernichtungsmittel in Bier gefunden. Ob dies für Biertrinker gefährlich ist, ist aber fraglich.

Bei Tests sind in Bier Rückstände des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nachgewiesen worden. In 7 von 22 untersuchten deutschen und belgischen Biersorten fanden Forscher des niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mindestens fünf Mikrogramm des Pflanzenschutzmittels pro Kilogramm. Einen Grenzwert für Glyphosat im Bier gibt es nicht.

Wie viel Glyphosat im Einzelfall gemessen wurde, war zunächst nicht zu erfahren. Das Landesamt für Verbraucherschutz wollte sich auch nicht dazu äußern, ob die gemessenen Konzentrationen, über die zuerst die „Nordwest-Zeitung“ berichtet hatte, bedenklich seien.

Bei ähnlichen Untersuchungen des Münchner Umwelt-Instituts im vergangenen Jahr waren Werte zwischen 0,46 und 29,74 Mikrogramm Glyphosat pro Liter gemessen worden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte damals keine Gefahr für Verbraucher gesehen. Glyphosat-Rückstände in Bier seien grundsätzlich erwartbar, da viele Bauern den Unkrautvernichter beim Getreideanbau einsetzen. Auch bei anderen aus Getreide bestehenden Lebensmitteln gibt es Spuren von Pflanzengiften.

Erst ab 1.000 Liter pro Tag bedenklich

„Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1.000 Liter Bier trinken“, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung damals mit.

Die EU entscheidet im Herbst, ob sie Glyphosat für zehn weitere Jahre zulassen wird. Die Chemikalie steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Nach einer Studie der europäischen Chemikalienagentur Echa hält die EU-Kommission den Krebsverdacht jedoch für ausgeräumt und die Substanz für sicher.

Nach der Veröffentlichung der Messungen des Landesamtes für Verbraucherschutz forderte Niedersachsens Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) ein Verbot des Pflanzengifts in Brüssel. „Es ist schockierend, dass Laves einen ganzen Gift-Cocktail in Bierproben findet“, sagte Meyer am Freitag.

Der Deutsche Brauerverband betonte, dass Brauereien einen hohen Aufwand betrieben, um sicherzustellen, dass ihre Rohstoffe möglichst rein seien. „Das Monitoring zeigt, dass die in den deutschen Brauereien eingesetzten Malze ganz überwiegend frei von Glyphosat-Rückständen sind“, schrieb der Verband in einer Mitteilung.

In Messungen lägen die Pflanzengiftwerte in Hopfen, Gerste und Weizen jeweils weit unter den europaweit gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstwerten. Sie seien daher „absolut unbedenklich“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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