Opfer verhöhnt und belächelt

Angeklagter soll seine Freundin verprügelt und überfallen haben

Oldenburg - Mit einem bemerkenswerten Fall von häuslicher Gewalt muss sich das Oldenburger Landgericht seit Freitag beschäftigen. Angeklagt wegen besonders schweren Raubes, Beleidigung, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ist ein 39 Jahre alter Mann aus der Huntestadt.

Seine Ex-Partnerin hat ein zweijähriges Martyrium hinter sich. „Ich dachte, das hört irgendwann auf“, sagte die Frau vor Gericht. Sie war aber auch aus Angst bei dem Schläger geblieben. Und der ist sogar noch stolz auf seine Taten. „Ja, ich wollte ihr das Nasenbein brechen“, sagte er. „Liebe tut halt mal weh“, amüsierte sich der 39-Jährige.

Nach Trennung steigt Aggressivität deutlich

Mehrmals sei sie vom Angeklagten grün und blau geschlagen worden, sagte dessen 32-jährige Ex-Partnerin. In einem Fall hatte sie 40 Schläge gezählt. „Als ihm dann die Fäuste wehtaten, nahm er seine Schuhe“, schilderte die Zeugin ihr Leid. Dann endlich fand sie die Kraft, sich zu trennen. Eine Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS) und die Opferhilfe hatten der Frau Mut gemacht.

Doch daraufhin lief der Angeklagte zur „Höchstform“ auf. Flächendeckend beleidigte er alle aufs Übelste, die mit der Frau in Verbindung standen. Polizistinnen, die mit ihm zu tun hatten, beschimpfte er als „Huren“. Zahllose Anzeigen wurden erstattet. Am 22. Dezember vorigen Jahres hatte der Oldenburger seine Ex-Partnerin, die mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit war, mit dem Auto verfolgt. Er hatte sie so scharf geschnitten, dass sie stürzte. Dann brach er der Frau das Nasenbein und raubte ihr die Handtasche.

Während ihrer Vernehmung verhöhnte und belächelte der Angeklagte die Zeugin am Freitag pausenlos. Er musste mehrmals von der Vorsitzenden Richterin ermahnt werden. Sie drohte sogar mit dem Rauswurf des Mannes. In seinem Fall hätte das geheißen: Zurück in die Zelle. Seit dem Vorfall mit dem Auto sitzt er in Haft. Das Verfahren wird bald fortgesetzt.

wz

Rubriklistenbild: © dpa

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