Werbegemeinschaft: Politik zeigt wenig Interesse an Problemen in Nadorst

In Oldenburgs „Little St. Pauli“ wird viel gedealt

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Symbolbild: Marihuana-Tütchen

Oldenburg - Von Klaus Eilers. Enttäuscht und verwundert hat die Oldenburger Werbegemeinschaft „Die Nadorster“ zur Kenntnis genommen, dass Stadt und Parteien offenbar nicht über die Probleme im Oldenburger Stadtteil Nadorst sprechen wollen. Laut Werbegemeinschaft geht es dabei um die „Drogenproblematik und wuchernde Prostitution“.

Für gestern hatte die Werbegemeinschaft eigentlich zu einem Runden Tisch eingeladen. Den habe sie aber mangels Interesse absagen müssen. „Wir haben rund 50 Schreiben an die Vertreter der Stadt und der Parteien verschickt und nur die FDP hatte zugesagt – neben der Polizei und dem Diakonischen Werk“, sagt der Sprecher der Werbegemeinschaft, Axel Berger. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann habe abgesagt, die meisten Angeschriebenen hätten schlichtweg nicht geantwortet.

„In Nadorst wird viel gedealt, Wettbüros schießen aus dem Boden, Obdachlose und Drogensüchtige gehören zum Straßenbild, und im Sandkasten einer Grundschule liegen manchmal Spritzen“, schildert Berger die Gegebenheiten, die sich hauptsächlich im vorderen Bereich der Nadorster Straße abspielten. Außerdem hätten Diebstähle im Einzelhandel zugenommen. „Die Zustände liegen liegen hauptsächlich an einer Tagesaufenthaltsstätte für Obdachlose an der Ehnernstraße und an der Drogenberatungsstelle ,Rose 12‘ an der Alexanderstraße.“ Auch die Prostitution habe zugenommen. Dadurch entstünden allerdings kaum Probleme – „abgesehen von vereinzelten Schwierigkeiten einen Parkplatz zu finden, wenn Autos mit auswärtigen Kennzeichen in der Nähe der bekannten Etablissements stünden.

„Die Behörden der Stadt versuchen das Problem seit Jahren auf dem Rücken der Anwohner und Gewerbetreibenden auszusitzen“, so Berger . Es sei mehr als bezeichnend, dass viele Parteien während des Wahlkampfes ihre Unterstützung signalisiert hätten und nach der Wahl von den Problemen der Bürger nichts mehr wissen wollen“, so Berger weiter.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Olaf Klaukien versucht zu erklären: „Ein Vertreter unserer Partei wollte am Runden Tisch teilnehmen, doch ich vermute, dass er nicht als CDU-Vertreter eingeordnet worden ist.“ Die Probleme in Nadorst, die einhergingen mit dem Obdachlosenheim und der Wohnungsprostitution seien nicht neu. Deswegen gäbe es auch Schwierigkeiten im Stadtteil, Immobilien zu vermieten. Aus diesem Grund sei der vordere Teil als Sanierungsgebiet angemeldet worden. Klaukiens Parteifreund Michael Eggers sagte, dass die CDU nun Kontakt zur Werbegemeinschaft aufnehmen wolle. Von den Grünen war zu hören, dass „man wegen Terminüberschneidungen nicht an dem Runden Tisch habe teilnehmen können. Die übrigen Parteien und Vertreter der Stadt waren zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ihre Hoffnung setzt die Werbegemeinschaft trotz seiner Absage auf Oberbürgermeister Krogmann, der vor seiner Wahl in einem persönlichen Gespräch seine Unterstützung zugesichert habe. Hintergrund: Bereits in der Vergangenheit hatte es laut Werbegemeinschaft Runde Tische gegeben, die die immer stärker werdenden Probleme im Stadtteil „Little St. Pauli“ thematisiert hatten. Bisher seien alle im Sande verlaufen, „da Stadt und Politik mögliche Lösungen immer wieder in die Zukunft vertagt hätten“.

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