Urteilsverkündung gegen drei Räuber

Polizei sorgt am Gericht für Ruhe

Oldenburg - Tumultartige Szenen im Oldenburger Landgericht: Erst ein größerer Polizeieinsatz konnte gestern die notwendige Ruhe herstellen, damit die Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Judith Blohm das Urteil gegen drei mutmaßliche hochkarätige Räuber aus Delmenhorst verkünden konnte.

Nach monatelanger Verhandlung wurde der 22 Jahre alte Angeklagte zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die beiden 32 und 29 Jahre alten Mitangeklagten kamen noch mit Gefängnisstrafen von sieben Jahren und neun Monaten beziehungsweise sechs Jahren und drei Monaten davon. Den Feststellungen zufolge hatten die Angeklagten ein Goldschmiede-Ehepaar in Dänemark und eine Geschäftsfrau in Delmenhorst zu Hause überfallen. Die Täter waren bewaffnet gewesen und gingen mit äußerster Brutalität gegen die betagten Opfer vor. Die Vorsitzende Richterin sprach von „üblen Terrorakten“. Die Opfer, die „Höllenqualen“ und Todesängste hinter sich hätten, würden noch heute ganz massiv unter dem Geschehen leiden.

Die Beute betrug rund 400 000 Euro. Bezüglich der Schuldfeststellung stützte sich die Kammer unter anderem auf das Geständnis, das der 32-jährige Angeklagte nach einem Selbstmordversuch in der Oldenburger Justizvollzugsanstalt abgelegt hatte. Im Auto der Angeklagten war zudem eine scharfe Waffe gefunden worden, an deren Mündung sich DNA-Spuren der Opfer aus Dänemark befanden. Mit dem Strafmaß erfüllte das Gericht die Anträge der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte bezüglich der Tat in Dänemark auf Freispruch plädiert. Sie hatte während des Verfahrens die Kammer mit Befangenheitsanträgen geradezu bombardiert.

Das schuf ein Klima, in dem vor allem der 22-jährige Angeklagte jeglichen Respekt vor dem Gericht verlor. Wie berichtet, beschimpfte er die Vorsitzende und die Anklagevertreterin als „Huren“ und „Schlampen“. Gestern nun störten Verwandte der Angeklagten das Verfahren so massiv, dass die Vorsitzende die Urteilsverkündung unterbrechen musste. „Nazi“-Rufe wurden laut. Alarmierte Polizeikräfte konnten die Störer dann nach draußen bringen.  wz

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