In Oldenburg soll ein fünftes Erstaufnahmelager in Niedersachsen entstehen

600 Flüchtlinge ziehen in früheres Kloster

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Angesichts der rasant wachsenden Flüchtlingszahlen erhält Niedersachsen eine fünfte Erstaufnahmeeinrichtung in dem früheren Kloster Blankenburg.

Oldenburg - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat angesichts des großen Zustroms von Flüchtlingen für kreative Lösungen plädiert. Gestern unterzeichnete er den Mietvertrag für ein neues Erstaufnahmelager im früheren Kloster Blankenburg in Oldenburg. Ab November sollen dort bis zu 600 Menschen wohnen können.

„Es ist ein positives und wichtiges Signal, dass wir nach guten und zügigen Verhandlungen heute den langfristigen Mietvertrag unterschreiben konnten“, so Pistorius. „Die zusätzlichen Kapazitäten sind ein weiterer Baustein dafür, die insgesamt angespannte Lage bei der Flüchtlingsunterbringung zu entlasten.“ Am neuen Standort Oldenburg ist mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auch die für die Bearbeitung der Asylanträge zuständige Bundesbehörde vertreten.

Aktuell richtet der Eigentümer und Vermieter die Liegenschaft für die Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung her. Der Betreiber von Niedersachsens fünfter Erstaufnahme steht noch nicht fest. „Wir schreiben das jetzt aus“, sagte Pistorius. Elf Millionen Euro hat das Land im Haushalt für den Betrieb der Einrichtung eingeplant. 80 bis 90 Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Zwei bis vier Flüchtlinge werden sich jeweils ein Zimmer auf dem weitläufigen Gelände teilen, auch ein Café ist geplant. Einen Bus, der regelmäßig in die Innenstadt fährt, soll es ebenfalls geben.

Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist überzeugt von einer guten Lösung: „Blankenburg ist für uns kein ganz neuer Standort – somit kennen wir bereits die Herausforderungen, die sich ergeben. Zum Beispiel in Bezug auf ehrenamtliche Unterstützung oder die Anbindung des Standortes an die Stadt. Da sind wir bereits gut auf-gestellt durch die Erfahrungen der vergangenen Jahre.“ Oldenburgs Sozialdezernentin Dagmar Sachse ergänzte: „Wenn wir als Kommune in Zukunft bei der Flüchtlingsaufnahme entlastet werden, können wir uns umso intensiver um diejenigen Asylbewerber kümmern, die bereits in Oldenburg sind. Notunterkünfte wie die Turnhalle auf dem Fliegerhorst sind dann hoffentlich nicht mehr nötig.“

Landeserstaufnahmeeinrichtungen gibt es in Bramsche, Braunschweig, Friedland und in Osnabrück. „Die Situation in den Einrichtungen ist aufgrund der vielen Menschen nicht einfach, weder für die Flüchtlinge noch für das Personal“, so Pistorius. Voraussichtlich 35000 Vertriebene sollen in diesem Jahr nach Niedersachsen kommen. Die Belegungszahlen in der Erstaufnahme haben sich alleine seit Anfang des Jahres verdreifacht, erklärte Pistorius. Doch die Suche nach geeigneten Standorten gestaltet sich zum Teil schwierig - auch wegen bestehender Gesetze. „Deshalb suchen wir nach kreativen Lösungen“, sagte Pistorius.

eb/dpa

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