Oberbürgermeister will Planungen für Stadtmuseum voranbringen

Kunstsammlungen gehen neue Wege

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Die Museumsleiter Marcel Schwierin, Jutta Moster-Hoos und Andreas von Seggern (v.l.) präsentierten gestern ihr neues Jahresprogramm.

Oldenburg - Oberbürgermeister Jürgen Krogmann will im Stadtmuseum neue Impulse setzen. Das macht der Oldenburger Verwaltungschef bei der Jahrespressekonferenz der Museen am Donnerstag deutlich. Erst einmal muss er sich jedoch um ein Sorgenkind kümmern. Denn nachdem Friedrich Scheele im November vergangenen Jahres den Posten des Leiters aller Oldenburger Kunsthäuser geräumt hat, ist die Stelle immer noch vakant.

Der Posten werde aber in Kürze ausgeschrieben, teilte Annika Milz mit, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Städtischen Museen, Sammlungen und Kunsthäuser zuständig ist. Bis ein neuer Leiter gefunden ist, übernimmt Andreas von Seggern, Direktor des Stadtmuseums, kommissarisch das Amt.

Er stellte mit seinen Kollegen aus dem Horst-Janssen-Museum und dem Edith-Russ-Haus für Medienkunst am Donnerstag das Jahresprogramm der jeweiligen Häuser vor. Im Zentrum der Arbeit des Stadtmuseums werden die weiteren Vorbereitungen zur kompletten Neuordnung der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte stehen, die in den kommenden Jahren in einen Neubau an der Stelle des 1968 errichteten Museumstraktes münden sollen, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Denn ohne eine grundlegende Neuausrichtung des Museums“, so von Seggern, „wird es in Zukunft weder gelingen, die Rolle des kollektiven Gedächtnisses der Stadt zeitgemäß und zielgruppenorientiert auszufüllen, noch dem Wunsch der Kunstszene nach adäquaten Ausstellungsmöglichkeiten nachzukommen.“

Die nötigen Gelder stehen teilweise schon bereit, erklärte Krogmann: „In diesem Jahr haben wir Planungsmittel in Höhe von 75000 Euro im Haushalt zur Verfügung. Damit wollen wir das Thema einer baulichen und inhaltlichen Aufwertung des Stadtmuseums angehen.“

Fokus liegt verstärkt

auf regionalen Themen

Herzstück des Ausstellungsprogramms in der Institution wird im Sommer eine retrospektive Schau mit Werken des Oldenburger Malers Michael Ramsauer sein, dessen Arbeiten bundesweit in einer Fülle von Museen, Galerien und privaten Sammlungen vertreten sind. Mit den Vergil-Illustration des Huder Sammlers Dr. Ulrich Wilke im Frühling sowie der gemeinsamen fotografischen Exposition von Friedrich Precht und Beate Lama im Herbst des Jahres wird der Fokus verstärkt auf regionale Themen gelegt.

Auch das Horst-Janssen-Museum hat sich für 2016 einiges einfallen lassen, um die Besucher anzulocken. „Unter dem Titel ‚Move The Line‘ zeigen wir zum ersten Mal computergestützte Kunst als Erweiterung der klassischen Kategorie Zeichnung“, erläuterte Museumsleiterin Dr. Jutta Moster-Hoos. Mitte September blickt das Museum filmisch auf den Künstler Horst Janssen. Im „Horst-Janssen-Archipel“ kann man verschiedene thematische Inseln bereisen und Janssen nicht nur in seinen Werken, sondern auch als Mensch in Bild- und Tondokumenten erleben.

Gesellschaftspolitische Fragen stehen im Edith-Russ-Haus für Medienkunst in diesem Jahr im Vordergrund. „Das Programm präsentiert vier internationale Ausstellungen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen und diese aus der Perspektive zeitgenössischer Kunst heraus beleuchten“, fasste es Edit Molnár, Leiterin des Ausstellungshauses, zusammen. Den Auftakt macht die erste Soloausstellung des israelischen Künstlers Roee Rosen in Deutschland, der mit provokativen Bildern, Texten und Filmen eine ganz andere Sicht auf Geschichte ermöglicht. Die internationale Gruppenausstellung „Women at Work“ fragt, welche Stellung Frauen in der Arbeitswelt nach allen Diskussionen um Gleichberechtigung tatsächlich haben.

fio

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