Flüchtlingsunterkunft in Oldenburg

Flüchtlingsjunge von 17-jährigem Mitbewohner vergewaltigt

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Die Flüchtlingsunterkunft in Oldenburg, eine ehemalige Berufsschule.

Oldenburg - In einer Flüchtlingsunterkunft in Oldenburg schnappt sich ein 17-Jähriger einen fast halb so alten Jungen und vergewaltigt ihn. Die Tat bleibt der Öffentlichkeit zunächst verborgen.

Ein neunjähriger Flüchtlingsjunge ist in seiner Unterkunft in Oldenburg von einem 17-jährigen Mitbewohner sexuell missbraucht und schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter ist ebenfalls Asylbewerber. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit Vergewaltigung erlassen, teilte Staatsanwalt Torben Tölle am Donnerstag mit. Die Tat ereignete sich bereits am Pfingstsamstag.

Der Verdacht, dass auch ein 34-Jähriger beteiligt war, erhärtete sich nicht. Der Mann stehe aber noch unter Verdacht, sich durch unterlassene Hilfeleistung strafbar gemacht zu haben. Nach ersten Ermittlungen soll er Schmiere gestanden haben.

Die Familie des betroffenen Kindes wurde umgehend in eine andere Unterkunft gebracht. Der Neunjährige war nach dem Übergriff zur Untersuchung ins Krankenhaus gekommen. Anschließend sei der Junge wieder zu seiner Familie gebracht worden, sagte der Staatsanwalt.

Die Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg, Dagmar Sachse, sagte der „Nordwest-Zeitung“ (Donnerstag), die Stadt bedauere den Vorfall und habe sofort alle Maßnahmen zum Schutz der Familie eingeleitet.

Die Flüchtlingsunterkunft ist eine ehemalige Berufsschule mit 200 Plätzen. Derzeit leben dort nach Angaben der Zeitung 70 Asylsuchende, darunter 27 Kinder und Jugendliche. Die Unterkunft soll in Kürze geräumt werden. Die Flüchtlinge sollen in eine andere Einrichtung umziehen.

Zur Frage, warum die Behörden erst über eine Woche nach dem sexuellen Übergriff darüber berichteten, hieß es von der Staatsanwaltschaft: „Wie stets in Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg bislang davon abgesehen, sich unangefordert zu diesem Fall zu erklären, und zwar unabhängig von Nationalität oder Herkunft der Tatbeteiligten.“ Weitere Details wollte die Behörde unter Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht bekanntgeben.

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