Nabu bilanziert „Stunde der Wintervögel“

Amsel hat den Schnabel vorn

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Amseln wie diese wurden im Landkreis Oldenburg am häufigsten bei der „Stunde der Wintervögel“ beobachtet.

Landkreis - Turdus merula, Schwarzdrossel oder einfach Amsel: Dieser kleine Vogel ist bei der Nabu-Aktion „Stunde der Wintervögel“ vom 8. bis 10. Januar am häufigsten in den Gärten des Landkreises Oldenburg gesichtet worden, teilte die Naturschutzorganisation mit. 1347-mal bemerkten die Teilnehmer des nicht repräsentativen Projekts das Tier in ihrem Garten. Auf den Plätzen folgen laut Nabu die Kohlmeise (1267-mal) und die Blaumeise (1100). Insgesamt hätten 877 Naturfreunde 10435 Vögel in 274 Gärten im Landkreis gezählt.

Der in Niedersachsen an der Spitze stehende Haussperling, auch Spatz genannt, schaffte es nur auf den vierten Platz. Die Art ist auch der größte Verlierer im Landkreis: 3,48-mal wurde sie pro Garten erfasst. Fast einmal weniger als bei der „Wintervögel“-Aktion im Jahr 2015. Größter Gewinner ist die Amsel. Wurde die Vogelart bei der Aktion im vergangenen Jahr noch rund viermal pro Garten gezählt, waren es dieses Jahr fast fünf Sichtungen.

Bei der Aktion beobachten die Teilnehmer eine beliebige Stunde an dem jeweils als Rahmen festgelegtem Wochenende ihren Garten und notieren sich alle Vogelarten. Zwar liefert das Projekt keine belastbaren Daten, wie der Nabu auch einräumt. Dennoch sei die Maßnahme ein Erfolg, heißt es in einer Mitteilung der Organisation: „Die für Ornithologen und Naturschützer wichtigsten Ergebnisse der Zählung sind Hinweise auf langfristige Zu- oder Abnahmen bestimmter Vogelarten.“

Und die Ergebnisse sollen nicht folgenlos bleiben. „Über Zunahmen freuen wir uns, bei Abnahmen müssen wir möglichst schnell die Ursachen bestimmen, um gegensteuern zu können“, so der Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Das Oldenburger Land hatte laut Bezirksgeschäftsführer Rüdiger Wohlers die höchste Teilnehmerzahl seit Beginn der Aktion zu verzeichnen. „Besondere Hochburgen waren Stadt und Landkreis Oldenburg sowie Teile des Ammerlandes, der Wesermarsch und Friesland“, so Wohlers. Es habe Abweichungen vom Bundes- und Landestrend gegeben: Zwar hatte auch hier der Haussperling oft den Schnabel vorn, aber „längst nicht so deutlich“. Die Amsel verzeichnete in manchen Bereichen, wie im Landkreis Oldenburg, sogar einen Spitzenplatz, erklärte Wohlers bei der Präsentation der Ergebnisse in Oldenburg. Als besonders erfreulich bezeichnete er die „enorme Resonanz der Winterfütterung, die allenthalben festzustellen ist – denn darüber finden viele Menschen wieder Bezug zu Natur, und bekommen Verständnis für die Notwendigkeit des Naturschutzes“.

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