Den Mühlen der Justiz entkommen

Vorwurf Hehlerei: Familienvater freigesprochen

Delmenhorst/Oldenburg - Wie schnell man in die Mühlen der Justiz geraten kann, zeigt ein Fall, der am Freitag vor dem Oldenburger Landgericht verhandelt wurde. Dort war ein 30 Jahre alter Familienvater aus Delmenhorst wegen Hehlerei angeklagt. Er hatte ein geklautes Handy für seine Tochter gekauft.

Dass er ein gebrauchtes Mobiltelefon sucht, hatte der Angeklagte in seinem Bekanntenkreis erzählt. Die Bekannten hatten ebenfalls Bekannte, und zu denen gehörte ein 20-jähriger Hochkrimineller. Er hatte am 19. Januar vorigen Jahres einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Delmenhorster verübt und dem Opfer das Handy geraubt. Wenige Stunden nach der Tat hatte der junge Mann das Telefon an den Angeklagten verkauft – für 50 Euro. Um einen ordnungsgemäßen Besitz vorzugaukeln, hatte der 20-Jährige eine Verpackung mitgeliefert.

Mit Geldstrafe belegt

Um zu testen, ob das Gerät in Ordnung ist, hatte der Angeklagte es in Betrieb genommen. Dann rief die Polizei an. Der 20-Jährige wurde festgenommen und zu drei Jahren Jugendhaft verurteilt. Der Familienvater fand sich indes vor dem Amtsgericht Delmenhorst in einem Verfahren wegen Hehlerei wieder. Die Kammer verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 600 Euro. Das Gericht war überzeugt, dass der Mann den 20-Jährigen und dessen kriminelle Laufbahn kannte. Deswegen hätte er wissen können und müssen, dass das Handy geklaut war.

In Oldenburg wurde der Räuber und Handyverkäufer als Zeuge gehört. Er kenne den Angeklagten nicht. Er habe ihn wohl mal gesehen, wenn er die Bekannten besucht hätte, so der junge Mann. Er bestätigte, dass der 30-Jährige beim Kauf des Handys sogar auf einer Einkaufsrechnung bestanden habe. Das hatte nichts mehr mit Hehlerei zu tun.

wz

Rubriklistenbild: © dpa

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