Mordverdacht gegen Pfleger: Krankenhausdokumente beschlagnahmt

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Der wegen mehrfachen Mordes und Mordversuchs an Patienten angeklagte ehemalige Krankenpfleger Niels H. (l.) Archivbild

Delmenhorst/Oldenburg - Im Zuge der Ermittlungen wegen Mordverdachts gegen einen ehemaligen Krankenpfleger hat die Polizei das Klinikum Delmenhorst durchsucht. Dokumente und Unterlagen seien am Dienstag mitgenommen worden, sagte Staatsanwalt Martin Rüppell am Freitag.

Zuvor hatten Medien über die Durchsuchungen berichtet. Anlass seien die laufenden Untersuchungen von mehr als 170 Todesfällen in dem Klinikum. Die Auswertung der Akten wird Monate dauern. „Das ist zeitlich schwer einzuschätzen“, sagte Rüppell. Der 38 Jahre alte frühere Pfleger muss sich seit September am Landgericht Oldenburg wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs verantworten.

Im Prozessverlauf wurde bekannt, dass der Mann für deutlich mehr Todesfälle verantwortlich sein könnte. Einem Gutachter soll er erzählt haben, 90 Patienten am Klinikum Delmenhorst eigenmächtig ein Herzmedikament gespritzt zu haben, das schwere Komplikationen verursachte. Bis zu 30 Patienten sollen daran gestorben sein. Wegen versuchten Mordes an einem Patienten sitzt der Mann bereits im Gefängnis. Der gegen ihn laufende Prozess soll nach Angaben eines Gerichtssprechers bis Ende Februar beendet sein.
dpa

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