Bürgerinitiative äußerst enttäuscht

Mega-Kuhstall in Oldenburg darf gebaut werden

Oldenburg - Das hatten die 60 Zuhörer im überfüllten Sitzungssaal 1 des Oberlandesgerichts Oldenburg nicht für möglich gehalten. Der Mega-Kuhstall (rund 600 Tiere) eines Landwirts in der Gemeinde Rastede darf gebaut werden.

Das Oldenburger Verwaltungsgericht wies am Mittwoch die Klagen von drei Anliegern gegen eine entsprechende Genehmigung durch den Landkreis Ammerland ab.

Aus Platzgründen war die Verhandlung des Verwaltungsgerichtes in den großen Saal des Oberlandesgerichts verlegt worden. Die Bürgerinitiative „Kuhdorf – Nein, danke!“ hatte zum Protest aufgerufen. Und viele kamen. Ein Raunen ging durch den Saal, als der Vorsitzende Richter im Namen des Volkes das Urteil verkündete.

„Als Bürger bekommt man kein Recht“, resümierte eine Frau aus der Bürgerinitiative. Dabei war sich Dr. Thomas Neumann, Sprecher der Gruppe und einer der drei Kläger, noch sicher gewesen, dass der Einspruch Erfolg haben könnte. Man habe Fehler im Genehmigungsverfahren und in den der Entscheidung zugrunde liegenden Gutachten aufgedeckt.

Doch das Gericht sah das anders. Die Grenzwerte der möglichen Belastungen durch den Stall wie Gerüche, Lärm und Staub würden eingehalten, teils sogar unterschritten. Die entsprechenden Gutachten seien „hinreichend belastbar“, so der Vorsitzende. Verfahrensfehler im Genehmigungsverfahren seien nicht erkennbar.

Die Kläger wie auch die Zuhörer im Saal zeigten sich bitter enttäuscht. Gegen das Urteil kann noch ein Antrag beim niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg auf Zulassung einer Berufung gestellt werden. Dr. Thomas Neumann erklärte, man werde sich das ganz genau überlegen. Zunächst müsse man das schriftliche Urteil abwarten.

Mit der Entscheidung geht möglicherweise ein vierjähriger Streit um den Kuhstall zu Ende. Der Landwirt zeigte sich erleichtert. Er konnte seine Pläne lange nicht verwirklichen.  wz

Rubriklistenbild: © dpa

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