Landwirt wegen Misshandlung verurteilt

Kannibalismus im Schweinestall

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Mediengruppe Kreiszeitung

Essen/Cloppenburg - Das waren schlimme Bilder, die vor einem Jahr durch Deutschland gingen. In einem überfüllten Schweinestall in Essen (Oldenburg) war es unter den Tieren zu Kannibalismus gekommen: Schweine fraßen sterbende Artgenossen. Verantwortlich dafür war der Schweinezüchter.

Gestern verurteilte ihn das Schöffengericht des Cloppenburger Amtsgerichtes wegen qualvoller Misshandlung von Tieren zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Außerdem hat der Landkreis gegen den Angeklagten ein Tierhaltungsverbot angeordnet. Im Rahmen der Bewährungsauflagen muss der 49-Jährige darüber hinaus 2900 Euro an die Landeskasse zahlen.

Der ehemalige Schweinezüchter ist einschlägig vorbestraft. Auch im Jahr 2012 war er zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Damals waren 40 tote Schweine in seinem Stall gefunden worden. Es hatte dann viele Kontrollen gegeben.

Doch die konnten die neuen Taten nicht verhindern. Ein Bauer hat eine Kontrollpflicht und muss sich um die Gesundheit seiner Tiere kümmern. Den Feststellungen zufolge hat der Angeklagte dagegen aber eklatant verstoßen. Verletzte und sterbende Tiere, aufgeblähte Ohren und bis zur Schwanzwurzel abgefressene Schwänze: Dem Veterinäramt bot sich ein Bild des Grauens.

Der 49-Jährige hatte 270 Sauen, 1200 Mastschweine und 1100 Ferkel. Verletzte und kranke Tiere hätte er separieren und in Krankenbuchten unterbringen müssen.

Doch die waren mit den Ferkeln belegt: Der Absatz der Tiere soll damals nicht möglich gewesen sein. Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Landkreis das Tierhaltungsverbot erlassen.

Die Verteidigung hatte angeführt, der Angeklagte sei damals aufgrund einer Depression vermindert schuldfähig gewesen. Ein psychiatrisches Gutachten ging gestern aber von einer vollen Schuldfähigkeit aus.

wz

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