Gesellen steht die Welt offen

Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land spricht 103 Auszubildende frei

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Beste Leistungen, beste Zukunftsaussichten: Für ihre herausragenden Ergebnisse erhielten 15 junge Gesellen eine Ehrenurkunde von der Kreishandwerkerschaft.

Delmenhorst/Landkreis - In der Tradition verwurzelt, eine strahlende Zukunft vor sich: Das sind die Perspektiven der jungen Menschen im Handwerk. Daran ließen die Redner während der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburger-Land am Donnerstagabend keinen Zweifel. 103 junge Frauen und Männer haben in 17 Gewerken und Fachrichtungen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Früher Säge und Hobel, heute moderne CnC-Maschinen – damals der „Schrauber“, nun der Mechatroniker: Die Arbeitswelt des Handwerks hat sich gewandelt, stellte Uwe Kliemisch, stellvertretender Kreishandwerksmeister, gleich zu Beginn der Veranstaltung im „Kleinen Haus“ in Delmenhorst fest. 

Doch bei aller Modernität und Flexibilität gründe das Handwerk in traditionellen Werten, unter anderem „Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, korrektes Auftreten“. Ein Zukunftstrend lasse sich jedoch bereits jetzt ausmachen: nämlich den, sich weiterzubilden und sich zu qualifizieren. „Das lebenslange Lernen wird sie begleiten“, prophezeite Kliemisch.

Und eben das sei im Handwerk jederzeit problemlos möglich, sagte Manfred Kurmann, Präsident der Handwerkskammer Oldenburg. Die Ausbildung in diesem Bereich habe in ihrem Ansehen endlich mit der an einer Hochschule gleichgezogen. 

Die Fortbildungsmöglichkeiten seien vielfältig, etwa die Meisterschulen: „Viele wollen euch erzählen, dass Handwerk ist der zweite Weg, wenn man es nicht zur Uni geschafft hat.“ Dies sei natürlich alles Unsinn. Das Handwerk biete alle Chancen: „Es gibt Bäcker, die fahren mit dem Ferrari in den Urlaub – es liegt an jedem Einzelnen“, unterstrich Kurmann mit viel Nachdruck.

Blumen zum Abschied: Manfred Kurmann (rechts) bedankt sich bei Hartmut Günnemann für die Arbeit in der Kreishandwerkerschaft.

Dann bekamen die frischgebackenen Gesellen, getrennt nach Gewerken, ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Zunächst erhielten die 15 erfolgreichsten Gesellen eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer. Die beiden Besten von ihnen wurden zusätzlich geehrt: Nico Lehner vom Bauunternehmen Strauch in Delmenhorst und Jonathan Dreber von Düßmann Holzbau in Ganderkesee. 

Als Gastredner wandte sich Hendrik Bagge kurz an die rund 400 Anwesenden. Er hat seine Ausbildung bei der Firma Hermes Systeme in Wildeshausen absolviert. Nur durch mehrere Zufälle sei er zu seinem Lehrbetrieb gekommen, berichtete er. Doch das sei das Beste gewesen, was ihm hätte passieren können. Er bedankte sich bei seinen Kollegen und Ausbildern für eine wunderbare Zeit. Bagge beherzigt bereits das, was seine Vorredner alle empfohlen hatten: Er bildet sich weiter. Für ihn steht jetzt ein Studium der Elektrotechnik in Wilhelmshaven an.

Doch nicht nur für die jungen Handwerker beginnt ein neuer Lebensabschnitt, sondern auch für den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Hartmut Günnemann. Er hat an dem Abend seine 69. und letzte Freisprechung moderiert. Nach 35 Jahren im Dienst des Handwerks geht er Ende des Jahres in den Ruhestand. Nachdenkliche Worte richtete er abschließend an seine Zuhörer. 

Die Dynamik und positiven, technischen Innovationen heute seien gut, in sich folgerichtig und natürlich nicht aufzuhalten, sagte er. Gleichwohl: „Wir sollten uns immer wieder auf das besinnen, was uns als Menschen eigentlich ausmacht: Leidenschaft, Empathie, Vielseitigkeit. Verlässlichkeit. Denn echte Emotionen sind nicht skalierbar.“ Sein Nachfolger Carsten Bleckwenn stellte sich im Anschluss kurz vor.  

fra

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