Jugendliche aus dem Partnerlandkreis lernen Oldenburger Gastronomie kennen

Polnische Schüler kochen Grünkohl für den Landrat

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Schüler der BBS und aus Kurzetnik kochten bereiteten mit Lehrerin Christa Evers (3. v.l.) ein Drei-Gänge-Menü zu.

Wildeshausen - Von Karsten Tenbrink. Wie man ein typisches Grünkohlgericht mit allem drum und dran zubereitet und serviert, haben sechs polnische Schüler gestern an der einjährigen Berufsfachschule Gastronomie in Wildeshausen gelernt. Der Unterricht an den Berufsbildenden Schulen (BBS) ergänzt ein Betriebspraktikum der Jugendlichen aus dem Oldenburger Partnerlandkreis Nowomiejski.

Zwei Wochen lang sind die Schüler der polnischen Berufsschule Kurzetnik zu Gast im Landkreis Oldenburg. In den Restaurants „Dreimädelhaus“ in Kirchseelte, „Gut Altona“ bei Wildeshausen und „Altes Amtshaus“ in der Kreisstadt absolvieren sie noch bis Ende des Monats ihre Praktika. Dieses von der EU geförderte Projekt trägt den Titel „In einer freundlichen Schule werden aus Träumen Ziele“. Die freundliche Schule, die als Partner fungiert, sind in diesem Fall die BBS. Das gemeinsame Ziel der Jugendlichen ist es, später als Koch zu arbeiten.

Dabei nehmen sie auch am Unterricht der einjährigen Berufsfachschule Gastronomie teil. „Sie lernen hier das duale System einer deutschen Ausbildung zum Koch kennen“, erklärte Fachlehrerin Christa Evers. Unter ihren Fittichen haben die Gastschüler auch zum ersten Mal mit Grünkohl zu tun. Auch eine „Oldenburger Palme“ – also das Gemüse in seiner Wuchsform – habe sie den Schülern zeigen wollen, aber kein Exemplar mehr auftreiben können, erklärt Evers. Selbst ihre deutschen Schüler hätten Grünkohl bisher nur in seiner verarbeiteten Form gekannt.

Bei ihrer Kollegin Caecilia Kalkhoff lernen die Schüler das Tischdecken und Servieren. In den Genuss dieses gastronomischen Arrangements kamen nicht nur die deutschen und polnischen Schüler selbst, sondern auch Landrat Carsten Harings und der Leiter der BBS, Gerhard Albers. Der Grünkohl mit Oldenburger Pinkel, Kasseler, Bauchspeck, Kochwurst, Salzkartoffeln und Bratensoße war aber nur ein Teil des servierten Drei-Gänge-Menüs. Als Vorspeise gab es Forellen-Häppchen, zum Nachtisch Altdeutschen Apfelkuchen an Walnusseis.

Mindestens so sehr wie die leckere Mahlzeit freute es Harings, dass mit dem Projekt die Beziehungen zum polnischen Partnerlandkreis noch weiter intensiviert werden. Von einem „Freundschaftsgedanken“ sprach Harings in diesem Zusammenhang, der inzwischen vier Standbeine habe: „Den Beginn hat das Fachgymnasium der BBS gemacht und dort gab es schon vier gegenseitige Besuche“, so der Landrat. Daneben herrsche ein reger Kontakt zwischen den Jugendfeuerwehren, die sich schon drei Mal getroffen hätten. Und seit diesem Jahr pflegt auch die Zirkusschule Sternchen in Hatten partnerschaftliche Beziehungen nach Nowomiejski.

Untergebracht sind die polnischen Jugendlichen in Gastfamilien aus Dünsen, Ganderkesee und Sandkrug. Die Familie von Jasmin Carolin Hülsemeyer aus Dünsen hat gleich drei der polnischen Jugendlichen bei sich aufgenommen. „Anfangs fiel die Verständigung noch etwas schwer, aber es klappt immer besser“, berichtete die Schülerin. In langsam gesprochenem Deutsch oder auf Englisch funktionierten die Unterhaltungen. Durch die Familien-Anbindung bekommen die Gastschüler auch etwas von der Freizeitgestaltung im Landkreis mit. Im Falle der Dünsenerin steht morgen zum Beispiel ein Besuch bei den Einrad-Fahrern des Unicycle-Teams Harpstedt auf dem Programm. Hülsemeyer gehörte zu der Mannschaft, die 2012 den Weltmeister-Titel holte.

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