Land mietet Kloster bei Oldenburg als Erstunterkunft

Pistorius eröffnet Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge

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Am Donnerstag eröffnet Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius eine neue Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Oldenburg.

Oldenburg - Bis zu 600 Flüchtlinge können im ehemaligen Kloster Blankenburg bei Oldenburg versorgt werden. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius eröffnet die Erstaufnahmeeinrichtung am Donnerstag.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat das ehemalige Kloster Blankenburg bei Oldenburg als neue Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eröffnet. Blankenburg sei sehr wichtig für die Entlastung der anderen Standorte, sagte Pistorius bei seinem Besuch am Donnerstag. „Wir brauchen die Plätze, weil der Zuzug weitergeht.“ Die Zahl der Neuankömmlinge gehe nicht zurück, sondern stabilisiere sich auf hohem Niveau. Daher sei jede neue Einrichtung zur Entspannung der Lage wichtig.

Das Gelände mit 25 Gebäuden wurde bereits von 1990 bis 2011 als Asylbewerberheim genutzt und bietet nach seiner Sanierung Platz für bis zu 600 Menschen. Bis zum Abend sollten knapp 180 Plätze belegt sein. „Die Stimmung hier ist entspannt. Ich bin sicher, das wird auch so bleiben, wenn die Zahl hier ansteigt“, sagte Pistorius. Die Menschen seien vor Krieg, Gewalt und Verfolgung auf sehr beschwerlichen Wegen geflohen und hätten jetzt eine erste Zuflucht.

Für die Bewohner ist nach Angaben des Ministers ein Beratungs- und Betreuungsangebot geplant. Dazu gehören unter anderem sogenannte Wegweiser-Kurse als ein erster Schritt zur Integration. Außerdem sollen mit der Bundesagentur für Arbeit Potenziale für mögliche Arbeitsplätze ausgelotet sollen. Es gibt zudem eine Kinderbetreuung und eine ganztags besetzte Krankenstation.

Land und Bund teilen sich die angemietete Liegenschaft, denn Blankenburg wird auch eine Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. „Das garantiert kurze Wege für die Asylbewerber und schnelle, effizientere Verfahren“, teilte ein Sprecher des Bundesamtes mit. Die Behörde nimmt Anträge von Asylsuchenden an und entscheidet darüber. Das Bundesamt ist in Oldenburg mit 50 Mitarbeitern besetzt. Sie werden von Beschäftigten der Bundeswehr, der Bundesagentur für Arbeit und vom Zoll unterstützt.

Das frühere Dominikanerinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert hat eine wechselvolle Geschichte: Zeitweise diente es als Lager für Pestkranke und als Psychiatrie-Anstalt. In der NS-Zeit war es Schauplatz von Euthanasieverbrechen und Zwangssterilisation. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente Blankenburg vorübergehend als Krankenhaus, Altenheim und Heim für DDR-Übersiedler und Asylbewerber. Die Unterbringung von Flüchtlingen war vor zehn Jahren mehrfach in die Kritik geraten.

dpa

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