Hohe Haftstrafen für Kramermarkts-Schläger/Richter: „So etwas wird nicht hingenommen“

Urteil mit Signalwirkung

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Mediengruppe Kreiszeitung

Oldenburg - Es soll eine Botschaft an alle Schläger sein. Die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes hat zwei 28 und 35 Jahre alte Männer aus Oldenburg wegen eines äußerst brutalen Angriffs auf Kramermarkts-Besucher zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt.

Der jüngere muss siebeneinhalb Jahre, der ältere sechs Jahre und zehn Monate in Haft. Die Kammer wertete die Attacke als versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung.

Die Tat datiert vom 28. September 2013. Nach dem Verlassen des Kramermarktsgeländes trafen die Angeklagten damals auf eine Personengruppe, die ebenfalls auf dem Weg nach Hause war. Ohne Grund, so die Feststellungen des Gerichtes, hatten die Angeklagten mit unglaublicher Brutalität auf die zwei Frauen und zwei Männer eingetreten und eingeschlagen. Beispielsweise führten drei wuchtige Faustschläge in das Gesicht der einen Frau zu schweren Verletzungen und zur Bewusstlosigkeit.

Einer der beiden Männer wurde bei fließendem Verkehr auf die Straße geschubst, der andere Mann durch unzählige Schläge ins Gesicht und wuchtige Tritte gegen den Kopf übelst zugerichtet.

Das Opfer hatte um sein Leben gefleht. Die Angeklagten hatten aber nicht von ihm abgelassen. Während der 28-Jährige das Opfer am Boden fixierte, nahm der 35-Jährige Anlauf, um die Tritte gegen den Kopf zu setzen. „Mach es tot“, hatte der jüngere Angeklagte gerufen.

„Die Täter haben ein Schlachtfeld hinterlassen“, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann. Das Schlagen und Treten auf den Jahrmärkten habe ein Maß an Schlagzahl und Brutalität erreicht, das keineswegs mehr hinnehmbar sei. „Jedes Jahr passiert es“, so Richter Bührmann. Das Urteil solle auch eine Signalwirkung haben. „Das muss aufhören“, betonte der Vorsitzende.

Mit dem Strafmaß lag das Gericht nur knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die achteinhalb Jahre Gefängnis für die Angeklagten gefordert hatte. Die Verteidigung dagegen plädierte auf eine Bewährungsstrafe und damit für ein deutlich milderes Urteil der Kammer. Ihre Mandanten hatten behauptet, zuerst angegriffen worden zu sein. Dem aber widersprachen die Opfer ganz energisch. Dem folgten nun auch die Richter mit ihrem Urteil.

wz

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