Gericht verurteilt Schützen aus Oldenburg zu zweieinhalb Jahren Gefängnis

Feier endet mit Schießerei

Oldenburg - Im Prozess gegen einen 31 Jahre alten Mann aus Oldenburg, der am 12. April vergangenen Jahres während einer Feier in einer Oldenburger Privatwohnung gezielt auf die Partygäste geschossen hat, ist der Angeklagte gestern zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden.

Die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes wertete die Tat als gefährliche Körperverletzung in mehreren Fällen. Den ursprünglichen Tatvorwurf des versuchten Totschlags ließ die Kammer fallen. Einen Tötungsvorsatz habe man nicht feststellen können, sagte der Richter. Der Angeklagte war zusammen mit Bekannten zu der Party gestoßen. Dort fiel er dann unangenehm auf und wurde der Wohnung verwiesen.

Nach einem psychiatrischen Gutachten leidet der Oldenburger an einer Persönlichkeitsstörung, die in Verbindung mit Alkohol besonders gefährlich werden kann. Am 12. April hatte der 31-Jährige einen Blutalkoholwert von über zwei Promille gehabt. Den Feststellungen zufolge fühlte er sich durch den Rausschmiss zurückgesetzt und abgewiesen. So zückte er aus seiner Jackentasche eine Druckgaspistole, Kaliber 4,5, schoss damit gezielt auf die Anwesenden und traf dabei auch die Gastgeberin.

Sie trug einen Steckschuss an der linken Kopfseite davon. Das Projektil konnte in einer Operation entfernt werden. Nach Überzeugung des Gerichtes wusste der Angeklagte von der niedrigen Geschoss-Energie seiner Waffe. Deswegen war ihm eine Tötungsabsicht auch nicht nachzuweisen gewesen. Wegen der Persönlichkeitsstörung ist dem 31-Jährigen eine verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt worden. Zu einer Bewährungsstrafe, wie es sich der Angeklagte gewünscht hatte, konnte das aber nicht führen.
wz

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