Frau verprügelt und ohne „Lappen“ gefahren

Gericht gibt Intensivtäter eine Chance

Oldenburg - Pech beim Autofahren und in der Liebe, aber Glück vor Gericht: Wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Beleidigung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis ist ein Intensivtäter aus Oldenburg zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts hat das Oldenburger Landgericht am Montag bestätigt. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen die Inhaftierung des 34-Jährigen gefordert. Ihre Berufung gegen das frühere Amtsgerichts-Urteil wurde nun aber verworfen.

Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft, auch einschlägig. Einen Führerschein hat er noch nie besessen. Dann fand er Arbeit bei einer Gerüstbaufirma. Am ersten Arbeitstag war ihm gesagt worden, er solle einen Transporter 100 Meter weiter wegfahren. Dass er keine Fahrerlaubnis hatte, mochte er am ersten Arbeitstag noch nicht offenbaren. Er fuhr und wurde prompt geschnappt. Im Blut des 34-Jährigen wurden dann auch noch Rückstände von Drogen festgestellt.

Auch der Valentinstag 2017 sollte nicht ideal verlaufen. Der Angeklagte hatte Rosen für seine Freundin gekauft. Um eine lauschige Atmosphäre aufkommen zu lassen, hatte er auf ihrem Rechner nach passenden Musiktiteln gesucht. Dabei fand er Nachtfotos seiner Freundin. Der Verdacht des Fremdgehens kam auf. Deswegen beleidigte der Angeklagte die Frau aufs Übelste sexistisch, trat und würgte sie. Zu diesem Zeitpunkt stand er unter Bewährung wegen einer früheren Körperverletzung.

Staatsanwaltschaft hat genug

Der Staatsanwaltschaft reichte das alles. Sie wollte, dass der Oldenburger, der schon einmal im Gefängnis gewesen hat, erneut inhaftiert wird. Doch es hatte sich etwas Positives getan. Der Angeklagte hat einen anderen Arbeitsplatz gefunden, lebt abstinent, hat die Trennungsphase von seiner Freundin hinter sich und bereitet sich auf die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung vor, um einen Führerschein machen zu können.

Auch dass die neuen Taten in Konfliktsituationen begangen worden waren, ließ das Geschehen insgesamt in einem etwas milderen Licht erscheinen. Deswegen bekam der Angeklagte am Montag noch einmal die Chance der Bewährung. 

 wz

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