Ganderkeseer Rathaus richtet sich auf die Bewältigung der Flüchtlingskrise ein

Verwaltung organisiert sich neu

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Jahn

Ganderkesee - Die Ganderkeseer Gemeindeverwaltung reagiert auf die weiterhin angespannte Flüchtlingslage und stellt sich in diesem Bereich organisatorisch neu auf. „Wir haben seit Sommer eine besondere Situation, die viel von uns abverlangt“, teilte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas gestern mit. „Durch die Umstrukturierung hoffen wir, der großen Herausforderung noch besser und vor allem auch dauerhaft gerecht werden zu können.“ Dafür sei es sinnvoll, die zahlreichen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen.

Der Ende Juli eingerichtete Stab komme vorerst weiter täglich zusammen. „Diese Form der Zusammenarbeit über verschiedene Bereiche hinweg hat sich bewährt“, betonte die Bürgermeisterin. „Das Flüchtlingsthema hat viele Facetten. Daher sind im Stab auch Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung notwendig.“

Badberg

Das operative Geschäft wird derweil umfassend neu strukturiert. Zahlreiche Aufgaben der Flüchtlingsarbeit werden bei Christian Badberg, Leiter des Fachdienstes Interner Service, angesiedelt. Er ist seit Sommer bereits für das Errichten und den Betrieb der Not- und Gemeinschaftsunterkünfte in der Gemeinde zuständig, darunter der beiden Mobilhallen und der Turnhalle am Habbrügger Weg. Künftig wird Badberg für den gesamten Bereich der Unterbringung von Flüchtlingen planerisch und strategisch verantwortlich sein. Dazu zählt die Akquise von Wohnungen und anderen Unterkünften. Aber auch die Leistungsgewährung an Asylbewerber wird in seinem Fachdienst angesiedelt. Dieser wird dafür verwaltungsintern mit Mitarbeiterinnen, die Erfahrungen in diesem Bereich haben, personell aufgestockt.

Sieglinde Jahn, Leiterin des Fachdienstes Schulen/Jugend/Sport, übernimmt aus dem Aufgabenspektrum der Flüchtlingsarbeit unter anderem die Verantwortung für das Sozialpädagogen-Team. Dieses wird im Laufe des Monats um zwei Bundesfreiwilligendienstleistende und zwei weitere Kräfte erweitert. Einige der „Neuen“ sprechen Arabisch und können somit auch dolmetschen. Mehr als die Hälfte der über 300 Flüchtlinge in der Gemeinde stammt aus arabisch-sprachigen Ländern.

Künftig sollen bei Bedarf auch Sozialpädagogen in den Schulen und Jugendhäusern in die Flüchtlingsarbeit eingebunden werden, kündigt Jahn an. Diese gehören bereits jetzt zu ihrem Fachdienst, was die Absprachen und die Organisation erleichtere. „Mit der angekündigten Verdopplung der Flüchtlingszahlen bis Ende März werden auch die Aufgaben mehr“, betonte Jahn. „Da ist es gut, auf einen großen Pool an qualifizierten Sozialpädagogen und sonstigen Mitarbeitern zurückgreifen zu können.“

Die Neuorganisation soll in den kommenden Wochen umgesetzt werden. Dem Fachdienst Soziale Hilfen, bislang auch für die Flüchtlingsarbeit zuständig, soll dadurch Luft gegeben werden, die ursprünglichen Aufgaben weiterhin gut wahrnehmen zu können. Dazu gehört unter anderem die Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II.

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