Fotos und Videos ins Internet gestellt

Onkel missbraucht neunjährige Nichte

Delmenhorst/Oldenburg - Wegen schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes muss sich seit gestern ein 23 Jahre alter Mann aus Delmenhorst vor der Jugendschutzkammer des Oldenburger Landgerichtes verantworten.

Ihm wird vorgeworfen, von 2012 bis Ende 2013 seine kleine Nichte sexuell missbraucht und sich an dem Kind mehrfach vergangen zu haben. Das Mädchen war zu Beginn der Taten neun Jahre alt.

Die sexuellen Übergriff passierten immer dann, wenn die Familie des Mädchens die Mutter des Angeklagten in Delmenhorst besuchte. Der 23-Jährige wohnt noch bei ihr und lebt von seinem Kindergeld. Der Angeklagte hatte von den Taten Fotos und Videos angefertigt und diese im Internet mit anderen Männern geteilt.

Chatprotokolle von den Internet-Kontakten wurden gestern verlesen. Der Inhalt verlangte den Prozessbeteiligten und Zuhörern einiges ab. Teils gaben die Männer Handlungsanweisungen für die nächsten Taten. Der Angeklagte, dem es nach eigenen Angaben auch um Anerkennung ging, folgte und „lieferte“.

Seine Nichte sei die Einzige gewesen, die ihn wahrgenommen habe, beschrieb der Delmenhorster gestern sein „besonderes Verhältnis“ zu dem Kind. Im Chat klingt das weniger liebevoll. Da ist die Rede von übelstem Sex. Seine Familie habe sich kaum um ihn gekümmert, sagte der 23-Jährige. Was er in seinem Zimmer trieb, blieb deswegen auch lange unentdeckt. Erst als der Vater des Kindes auf einem Handy eindeutige Fotos von seiner Tochter fand, kam das ganze Grauen ans Tageslicht.

Die Fotos und Videos von den Taten haben sich die Prozessbeteiligten gestern im Sitzungssaal angeschaut. Das Geständnis, das der Angeklagte ablegte, erspart dem Mädchen zumindest eine Vernehmung vor Gericht. Es liegt eine Videovernehmung vor, die die Polizei angefertigt hat. Das Verfahren wird am 22. Oktober fortgesetzt.

wz

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