Ein Fotograf reist um die Welt/ „Absoluter Kulturschock“ in Neu-Delhi

Auf den Spuren von Phileas Fogg

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Auch in Südamerika trieb sich der Globetrotter herum. Diese Aufnahme zeigt die verlassene Inka-Stadt Machu Picchu in Peru.

Oldenburg - Von Klaus Eilers. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden für den Fotografen Mario Dirks. Quasi auf den Spuren des Romanhelden Phileas Fogg („In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne) reiste er einmal um die Erde. Ein Kamera- und Objektivhersteller hatte ihn aus mehr als tausend Bewerbern ausgewählt, um die schönsten und faszinierendsten Orte zu fotografieren. Am Mittwochabend schilderte er im „Schlauen Haus“ in Oldenburg seine Erlebnisse.

Mario Dirks besuchte auch den fünften Kontinent.

Dirks berichtete zwei Stunden über „Our World Tour – in 50 Wochen um die Welt“ und zeigte viele außergewöhnliche Fotos sowie mal spannende, mal lustige Videos von unterwegs. „Indien war am intensivsten. Da muss ich unbedingt wieder hin“, sagte Dirks. Dabei habe Neu-Delhi zuerst alles andere als paradiesisch auf ihn gewirkt. „Das ist ein absoluter Kulturschock. Auf den Straßen herrscht das nackte Chaos. Es ist sehr laut. Geblinkt wird nicht, sondern gehupt, und manchmal sitzen vier oder fünf Inder auf einem Motorrad“, gab Dirks einen Eindruck.

In China hätten ihn die – nach westlichem Ermessen – schlechten Manieren gestört: „Die Chinesen sind dauernd am Spucken, auch im Restaurant.“ Überhaupt seien chinesische Gerichte ungewöhnlich: „Einmal habe ich frittierte Skorpione probiert. Die schmecken so ähnlich wie Huhn.“

In Australien habe Dirks den 348 Meter hohen Ayers Rock abgelichtet, der „bei Sonnenuntergang so aussah, als würde er glühen.“ Die Aborigines nennen ihre heiligste Kultstätte nicht Ayers Rock sondern nur „Uluru“. Viele von den jährlich 400000 Touristen nehmen Steine als Souvenir mit – von ein paar Gramm Sand bis zu 30 Kilogramm schweren Felsbrocken –, was die Aborigines als respektlos empfinden. „Tausende von Paketen mit Steinen sind inzwischen wieder zurückgeschickt worden – oft nur adressiert mit ‚Uluru, Australien‘. Angeblich hätten sich nach der Mitnahme der Steine die Unglücke bei den Touristen zuhause gehäuft.

In Tansania habe Dirks wilde Tiere – Zebras, Giraffen, Büffel – direkt vor der ebenerdigen Lodge sehen können, in der er mit seiner Frau wohnte. Büffel seien sehr angriffslustig und zählten zu den gefährlichsten Tieren Afrikas. „Einmal stand mir einer direkt gegenüber und starrte mich an. Das war schon brenzlig. Ich war extrem erleichtert, als er sich umdrehte und kehrtmachte“, sagt Dirks.

Beeindruckt hat ihn das peruanische Hochland: „Die Landschaft ist wirklich ein Traum.“ Auch die Freundlichkeit und die Zufriedenheit der Bauern im peruanischen Hochland ist ihm nachhaltig im Gedächtnis geblieben: „Die sind glücklich, auch wenn sie kaum etwas besitzen.“

Dirks hat auf seiner Weltreise alle fünf Kontinente gesehen. Dabei bereiste er 48 Länder und 77 Städte. 101-mal flog er mit dem Flugzeug und legte fast 4000 Kilometer zu Fuß zurück. Die 20 Fotos von Dirks sind seit Mittwoch im „Schlauen Haus“ am Schlossplatz 16 in Oldenburg zu sehen. Die Ausstellung läuft bis zum 1. November.

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