Fachausschuss der Stadt Oldenburg winkt Bauleitplanung für Großprojekt durch

Ostmann-Gartencenter nimmt Gestalt an

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Viel Grün, viel Glas, viel Fläche: So soll das Ostmann-Gartencenter in Oldenburg einmal aussehen. Grafik: Ostmann

Visbek/Oldenburg - Von Normann Berg. Langsam aber sicher nimmt das geplante Großprojekt des Visbeker Unternehmens Blumen Ostmann in der Stadt Oldenburg Gestalt an. Am Donnerstagabend winkte der städtische Bauausschuss die dafürnotwendigen Planänderungen durch.

„Die Grundzüge der Planung wurden auf den Weg gebracht. Es ist ein guter Weg“, sagte Geschäftsführer Rainer Ostmann auf Anfrage der Oldenburgischen Volkszeitung. Der Gartenbautechniker und Florist nahm persönlich an der Ausschusssitzung teil, nachdem sich zwischenzeitlich Widerstand gegen sein Projekt gebildet hatte. Einige ortsansässige Floristen und Gärtner kritisieren die Dimensionen als zu groß und existenzgefährdend. Erst nach einigem Zögern hatte der Oldenburger Stadtrat daher Ende Juni grünes Licht für den Grundstücksverkauf an Ostmann gegeben.

Das expandierende Visbeker Unternehmer (siehe Infokasten) will im Stadtteil Tweelbäke, direkt an der A28, ein Gartencenter mit einer Verkaufsfläche von 14000 Quadratmetern und 350 Parkplätzen bauen. Dort sollen bis zu 40 neue Arbeitsplätze entstehen.

Zunächst sah es nach einem reibungslosen Verlauf des Vorhabens aus. Ostmann bezeichnete Oldenburg stets als „Wunschstandort“. Im Mai teilte die Oldenburger Stadtverwaltung mit, dass die Weichen für den Bau des Gartenfachmarktes gestellt worden seien. Ostmann kaufe von der Stadt eine drei Hektar große Gewerbefläche neben dem Möbelhaus Buss am Oldeweg und werde dort das neue Center bauen. „Diese Ansiedlung ist ein großer Erfolg für die mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur der Stadt und eine deutliche Stärkung des Standortes am Oldeweg“, sagte der aus Steinfeld stammende Oldenburger Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Dann kam jedoch Sand ins Getriebe. Mehrere Gärtnereien, Blumenhäuser und Baumschulen gründeten die Initiative „Miteinander in Oldenburg“. Der Neubau bedrohe bestehende Betriebe der grünen Branche in Oldenburg, hieß es. Folge: Der Stadtrat vertagte eine Entscheidung über den Grundstücksverkauf, wollte die Kritiker zunächst anhören.

Seit Ende Juni stehen die Zeichen aber wieder auf Grün, nachdem die großen Parteien SPD und CDU dem Verkauf zustimmten. Zuvor war vereinbart worden, die Verkaufsfläche für „zentrenrelevante Sortimente“ wie Geschenkartikel auf 800 Quadratmeter zu begrenzen

Jetzt geht es um die Feinplanung: Am Donnerstagabend wurden im Ausschuss für Stadtplanung und Bauen die notwendigen Änderungen des Flächennutzungsplans sowie des Bebauungsplans am Oldeweg auf den Weg gebracht.

Unklar ist aber noch der weitere Zeitplan. Zunächst soll die Öffentlichkeit auf einer Versammlung angehört werden. Einen Termin gibt es nach Angaben von Stadtsprecher Reinhard Schenke aber noch nicht. Angedacht sei Frühjahr 2016.

Dort will sich nach eigenen Ankündigungen auch die Initiative „Miteinander für Oldenburg“ noch einmal mit ihren Forderungen zu Wort melden.

Spannend bleibt vor allem die Frage, wann Ostmann mit dem Bau beginnen und wann er eröffnet werden kann. Ursprünglich war angedacht, dass das Center bereits im Jahr 2016 seine Türen öffnet. Dieser Plan ist nach den zwischenzeitlichen Verzögerungen nicht mehr haltbar. „Alle bei uns arbeiten jetzt darauf hin, im Sommer 2016 mit den Bauarbeiten zu starten“, sagt Ostmann. In der Folge hoffe er, den Markt im Frühjahr 2017 zu eröffnen. „Wir können das leisten“, fügt er an.

Im Oldenburger Rathaus wird der weitere Zeitablauf nicht so optimistisch gesehen. Hier wird derzeit erst mit einem Baubeginn im Frühjahr 2017 gerechnet, hieß es aus Ratskreisen.

Von einem generellen Scheitern des Großprojekts sei nach der Zustimmung des Stadtrats zum Grundstücksverkauf aber nicht mehr auszugehen, fügte Stadtsprecher Schenke an.

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