Energieversorger unter Verdacht

EWE-Korruptionsbericht liegt vor

Oldenburg - Nach Korruptionsvorwürfen gegen Mitarbeiter einer Tochter des Oldenburger Energiekonzerns EWE liegt dem Aufsichtsrat ein umfassender Untersuchungsbericht vor.

Nach Angaben des Präsidiumsmitglieds Heiner Schönecke will das Kontrollgremium an diesem Freitag über die Analyse und mögliche Konsequenzen beraten. „Wir werden das abschließend behandeln“, sagte Schönecke.

Seit Januar hat die Konzernrevision mit Hilfe einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht, ob es bei EWE Netz Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Nach Medienberichten sollen Mitarbeiter der EWE-Tochter für Aufträge an fremde Unternehmen Gegenleistungen gefordert und erhalten haben. Das Unternehmen selbst erläuterte die Art von „Unregelmäßigkeiten“ nicht. EWE Netz betreibt unter anderem ein Strom- und Erdgasnetz im Ems-Weser-Elbe-Gebiet sowie Erdgasnetze in Brandenburg, Nordvorpommern und auf Rügen.

Im Februar teilte ein Sprecher mit, dass nicht Einzelpersonen, sondern das Unternehmen EWE Netz insgesamt untersucht würde. „Beauftragt wurde eine vorbehaltlose und vollumfängliche Prüfung aller Geschäftsvorfälle“, hieß es. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt seit Monaten wegen Korruptionsverdachts und ließ im März Räumlichkeiten einer EWE-Niederlassung in Cuxhaven durchsuchen.

Bei Zuschlägen keine Sozialabgaben abgeführt?

Ein weiteres Thema, mit dem sich der Aufsichtsrat beschäftigen muss, sind Vorwürfe, dass bei der Gewährung von Gehaltszuschlägen an EWE-Netz-Mitarbeiter möglicherweise keine Sozialabgaben abgeführt wurden. Im Juni teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie gegen drei Führungskräfte aus dem EWE-Konzern ermittelt.

Die vergangenen Monate waren für das Unternehmen, das eines der größten deutschen Stromversorger Deutschlands ist, turbulent. Im Februar entließ der Aufsichtsrat den bisherigen Vorstandschef Matthias Brückmann wegen einer Vielzahl grober Verfehlungen. Seitdem sind drei von fünf Vorstandsmandaten frei. Nach Angaben des Aufsichtsratschefs Bernhard Bramlage sollen die Personalentscheidungen noch in diesem Jahr getroffen werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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