Polizei findet Rauschgift in der Waschmaschine

Drogendealer ist nicht so clever, wie er glaubt

Oldenburg - Wegen Besitzes von Drogen in größeren Mengen und Beihilfe zum Handeltreiben mit Rauschgift ist ein 35 Jahre alter Mann aus Lastrup (Landkreis Cloppenburg) zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes in Wilhelmshaven ist am Mittwoch vor dem Oldenburger Landgericht rechtskräftig geworden. Der Angeklagte konsumiert schon seit Jahren Rauschgift. Als Arbeitsloser ist das aber nicht finanzierbar.

Und so kam der 35-Jährige der Anfrage von Großdealern nach, den Stoff für sie zu bunkern – natürlich gegen Bezahlung. Im April vorigen Jahres hatte die Polizei in der Wohnung des Lastrupers größere Mengen Rauschgift entdeckt. Der Angeklagte war gewarnt und schwor Besserung. Doch seine finanzielle Lage wollte sich nicht verbessern. Um weiter Drogen konsumieren zu können, musste er weiter Stoff für andere bunkern. Doch nun sollte die Sache besser laufen.

Der Angeklagte hatte eine Freundin, die in Wilhelmshaven wohnt. Dort sollten die illegalen Substanzen sicher versteckt werden. Der 35-Jährige hatte sich etwas einfallen lassen. Er legte die Drogen in die Trommel einer Waschmaschine. Doch er ist nicht der Erste, der auf diese Idee gekommen ist. Als die Polizei den Angeklagten im September 2017 erneut im Visier hatte und die Wohnung seiner Freundin durchsuchte, waren die Beamten ziemlich zielgerichtet zur Waschmaschine gegangen.

Dort stießen sie auf größere Mengen Drogen, darunter Kokain, Ecstasy-Tabletten und Marihuana. Griffbereit daneben befand sich auch noch eine Schreckschusspistole. Der Angeklagte konnte den Behörden aber glaubhaft machen, dass die Waffe nicht zur Verteidigung der Rauschmittel, sondern für den Einsatz in der Silvesternacht bestimmt sei. Hätte sie dem Stoff zugeordnet werden müssen, wäre das Strafmaß wahrscheinlich ein ganz anderes gewesen.

So oder so: Gegen das Urteil des Amtsgerichtes in Wilhelmshaven hatte der Lastruper Berufung eingelegt. Er fühlte sich zu hart bestraft. Sein Anwalt schlug vor, das Ganze als einen minder schweren Fall des Drogenbesitzes einzustufen und das erste Urteil stark abzuschwächen. „Mir fehlen die Worte“, sagte die Vorsitzende Richterin dazu, woraufhin der Angeklagte seine Berufung wieder zurückzog. 

wz

Rubriklistenbild: © dpa

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