Angeklagtem drohen fünf Jahre Knast

Prozessauftakt vor Oldenburger Landgericht: Delmenhorster foltert Opfer

Delmenhorst/Oldenburg - Wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung muss sich seit Mittwoch ein 27-jähriger Delmenhorster vor dem Oldenburger Landgericht verantworten.

Hintergrund des Verfahrens ist die Misshandlung und Folterung eines 22-Jährigen. Die Tat, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckte, datiert vom 23. August 2015. Neben dem jetzigen Angeklagten waren drei weitere Männer an dem Geschehen beteiligt gewesen.

Zunächst hatten die vier Täter zusammen mit dem späteren Opfer in der Wohnung des einen Mittäters gefeiert. Dann wurde plötzlich der Vorwurf erhoben, der 22-Jährige könnte Gegenstände aus der Wohnung entwendet haben. Das stimmte, wie rückwirkend festgestellt wurde, nicht. Der Angeklagte fühlte sich damals dennoch berufen, den angeblichen Diebstahl zu rächen. Er verriegelte die Wohnungstür, schlug und trat auf den 22-Jährigen ein.

In Griechenland untergetaucht

Das Opfer musste eine Schuldanerkenntnis über 270 Euro unterschreiben. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, hatte der Angeklagte angesetzt, dem 22-Jährigen die Finger abzuschneiden. Schließlich erbeutete er sechs Euro.

Bei einem Schuldspruch im Sinne der Anklage hat der Delmenhorster eine Gefängnisstrafe von nicht unter fünf Jahren zu erwarten. Das könnte er geahnt haben. Jedenfalls tauchte er nach der Tat unter.

Erst im vergangenen Jahr konnte er in Griechenland festgenommen werden. Anschließend wurde er nach Deutschland überstellt. Der Prozess gegen die drei Mittäter war da schon verhandelt worden. Sie hatten in ihrem Verfahren die gesamte Schuld auf den jetzigen Angeklagten geschoben und erhielten eine Geldauflage, einen Freizeitarrest sowie einen Freispruch. Nun übernahm der Angeklagte die Hauptverantwortung für die Tat. An das Opfer hat er ein Schmerzensgeld von 2 000 Euro gezahlt. 

wz

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