Austellung soll Diskussion über Einrichtungen anstoßen / Schau eröffnet am Sonnabend

Blicke hinter die Kulissen von Museen

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Voller Vorfreude auf die Ausstellungseröffnung am Sonnabend zeigen sich die neun jungen Studentinnen

Oldenburg - Ist es legitim, welchen Ausschnitt der kulturellen Realität Museen zeigen? Die studentische Ausstellung „Offen gefragt! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen“ macht ab Sonnabend, 16. April, um 19 Uhr in der Bauwerk-Halle am Pferdemarkt 8a in Oldenburg das „Phänomen Museum“ selbst zum Thema.

Neun Studentinnen des Masterstudiengangs „Museum und Ausstellung“ der Universität Oldenburg beleuchten aktuelle Fachdebatten und erlauben bis einschließlich 29. April Blicke hinter die Kulissen der Institution Museum. Offizieller Partner des Projekts ist das Stadtmuseum.

„Wir wollen zu einem produktiven, kritischen Nachdenken über das etablierte Medium ‚Ausstellung‘ einladen“, so Carina Blum und Inga Müller, zwei der Organisatorinnen. Ihr Ziel: „In den Mittelpunkt rücken, was sonst nicht wahrgenommen wird, in den Ausstellungsraum holen, was hinter den Kulissen passiert, – und hinterfragen, was selbstverständlich geworden ist.“ Neben mehreren öffentlichen Führungen bieten sie nach Absprache auch geführte Rundgänge für Schulklassen oder studentische Gruppen an.

Zudem organisieren die Veranstalter am Freitag, 22. April, ab 16.30 Uhr eine Diskussionsrunde im Oldenburger Klub Polyester an der Straße Am Stadtmuseum 15. Das Thema „Museen: Überfordert und unterschätzt?“ beleuchten der Berliner Kurator Daniel Tyradellis, die Oldenburger Kunsthistorikerin Wiebke Trunk sowie Professor Monika Flacke, Sammlungsleiterin beim Deutschen Historischen Museum in Berlin.

Die Schau „Offen gefragt!“ soll laut Uni gestalterische Mittel von Museen und Ausstellungen ebenso betrachten wie die Schnelllebigkeit musealer Projekte und Konzepte. Auch auf die Ordnung in musealen Sammlungen und die Besonderheiten von Originalexponaten geht sie ein.

Die Studentinnen beschäftigen sich auch mit der Provenienzforschung, also etwa der Frage, ob alle Objekte musealer Sammlungen auch den Museen gehören. Sie fragen: „Kann angesichts von Schnelllebigkeit und globaler, transkultureller Vernetzung überhaupt noch von einem repräsentativen ‚kulturellen Erbe‘ die Rede sein?“

Nicht zuletzt greift die Schau eine Debatte um den Begriff der Kultur auf: Sie stellt das in vielen Museen vermittelte Bild von der Welt als Mosaik verschiedener „Kulturen“ der Tatsache gegenüber, dass Ideen, Dinge und Menschen sich heute weltweit bewegen. Nähere Informationen zu dem Projekt, an dem die neun Studentinnen seit einem Jahr unter Leitung von Norma Mack und Professor Karen Ellwanger vom Institut für Materielle Kultur arbeiten, finden sich auf der Ausstellungswebsite www.offengefragt.de.

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