Besonders Ganderkesee hat Probleme mit der Unterbringung von Flüchtlingen

Gemeinschaftsunterkünfte: Nur noch eine Frage der Zeit

Landkreis - Von Karsten Tenbrink. Bei der Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge im Landkreis Oldenburg stellt sich inzwischen nicht mehr die Frage ob, sondern nur noch wann sie erfolgt. Das stellte Landrat Carsten Harings gestern im Sozial- und Gesundheitsausschuss klar. Am weitesten gediehen sind entsprechende Überlegungen in der Gemeinde Ganderkesee.

Schon jetzt sei es schwierig, Wohnungen zu finden. Und ein Blick in die Nachrichten genüge, um zu erkennen, dass ein Ende des Flüchtlingszustroms nicht absehbar ist, so der Landrat. „Da dürfen wir die Augen nicht verschließen.“

Bodo Bode, Sozialdezernent des Landkreises Oldenburg, erläuterte die Situation im Detail. Von der aktuellen Verteilungsquote, die aus dem vergangenen Dezember datiert, seien 172 der insgesamt 528 Personen noch gar nicht im Landkreis angekommen. Er selbst habe im Juli bereits mit einer neuen Zuweisung gerechnet, doch die sei bislang ausgeblieben.

Die Situation in den einzelnen Kommunen gestalte sich jedoch sehr unterschiedlich. Wildeshausen, Dötlingen und Großenkneten hätten bereits mehr Personen aufgenommen, als sie aktuell müssten. „Ganderkesee hingegen hat Probleme“, so der Sozialdezernent. Die mit Abstand einwohnerreichste Gemeinde im Landkreis kann schon die aktuelle Quote nicht erfüllen, es fehlen Unterkünfte für mehr als 100 Flüchtlinge. Derzeit gibt es laut Bode zwei mögliche Objekte für eine Gemeinschaftsunterkunft: das „Haus Cristina“ des Berufsförderungswerks (BFW) in Rethorn und den Jugendhof Steinkimmen, den der gemeinnützige Betreiber „Viasol“ selbst ins Gespräch gebracht habe. In beiden Fällen gebe es aber noch keine konkreten Ergebnisse. In Rethorn könnten nach seiner Schätzung bis zu 50 Personen wohnen, die Gemeinde Ganderkesee strebe aber an, dort nur die Hälfte dieser Zahl unterzubringen. In Steinkimmen verhindern die örtlichen Begebenheiten, dass sich die Flüchtlinge selbst versorgen, so Bode: „Dort müssten sie auch verpflegt werden.“

Weitere Gespräche über Gemeinschaftsunterkünfte gebe es derzeit nicht, sagte der Sozialdezernent. Zuvor hatte Bode als möglichen Standort den ehemaligen Fliegerhorst in Ahlhorn im Blick. Doch die Gemeinde Großenkneten hatte sich dagegen ausgesprochen – unter anderem, weil dort bereits zahlreiche Saisonarbeiter wohnen.

Ziel sei auch bei einer Sammelunterkunft keine riesige, zentrale Einrichtung, so Bode, sondern eher mehrere kleine Häuser mit Platz für bis zu 50 Personen.

Generell habe der Landkreis drei Möglichkeiten: Die Anmietung beziehungsweise den Kauf geeigneter Liegenschaften zur Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften, die Errichtung von mobilen Wohnanlagen, also Containern, oder den sozialen Wohnungsbau. Letzteres würde er bevorzugen, jedoch dauere es auch etwa zwei Jahre, bis die ersten Wohnungen bezugsfähig seien.

Allerdings gibt es auch ein Angebot des Caritas-Sozialwerks „St. Elisabeth“ aus Lohne für die Einrichtung und den Betrieb eines Flüchtlingswohnheims im Landkreis Oldenburg. Diese Option hatte die CDU-Fraktion im Kreistag ins Spiel gebracht. Das Angebot sieht einen Zehn-Jahres-Vertrag für die Unterbringung und Betreuung von bis zu 50 Personen vor, der Landkreis müsste nur das passende Grundstück zur Verfügung stellen. Über Details sei noch nicht verhandelt und deshalb Stillschweigen vereinbart worden, erklärte Bode. Er sprach jedoch von einem „stolzen Preis“.

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