Behörde untersucht Erdgasfelder im Landkreis Vechta nach Schadstoffen

Land nimmt 14 Förderplätze unter die Lupe

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Im Landkreis Vechta werden 20 Prozent des Erdgases in Deutschland gefördert.

Landkreis Vechta - Von Normann Berg. Im Landkreis Vechta werden viele fossile Rohstoffe gewonnen. Kritiker befürchten einen Zusammenhang zwischen der Energieförderung und Krebserkrankungen. Dem will das Land Niedersachsen auf den Grund gehen.

Nun kommen die Spurensucher auch in diesen Landkreis: Das Umfeld von 14 Erdgasförderstellen soll ab Frühjahr 2016 auf mögliche Giftstoffe untersucht werden. Das sagte der Sprecher des zuständigen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Björn Völlmar, auf Anfrage in Hannover. Bereits seit Juli geht das LBEG in Abstimmung mit den Landesministerien für Wirtschaft sowie Umwelt niedersachsenweit möglichen Schadstoffbelastungen im Zuge der Erdgasproduktion auf den Grund. Gesucht wird nach Schwermetallen wie Quecksilber und Blei sowie krebserregenden Stoffen wie Benzol und Dioxinen. Bislang seien an 50 Stellen in den Landkreisen Rotenburg/Wümme, Heidekreis und Verden mehr als 500 Bodenproben entnommen worden. Dabei wurden bis auf zwei „auffällige“, aber unbedenkliche Werte für Quecksilber keine Belastungen festgestellt, hieß es.

Anlass der Aktion waren überdurchschnittlich viele Krebserkrankungen bei Männern in Bothel (Landkreis Rotenburg). Aufgebrachte Bürger befürchten einen Zusammenhang mit der Erdgasproduktion. Die Region ist eine Hochburg der Förderung fossiler Rohstoffe.

Gleiches gilt für den Landkreis Vechta: 20 Prozent der 9,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas, die im vergangenen Jahr nach Angaben des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung in Deutschland produziert wurden, sind im Landkreis gefördert worden. In den sieben Erdgasfeldern gibt es nach Angaben der Betreibergesellschaft ExxonMobil aktuell mehr als 30 Bohrstellen. Diese verteilen sich auf die Gemeinden Goldenstedt (Sieben), Visbek (14) sowie die Stadtteile Langförden und Oythe in Vechta (Elf).

In 14 davon wird ab dem kommenden Frühjahr das Erdreich im Umfeld analysiert. Zuletzt hatte das LBEG dort im Mai dieses Jahres Nachforschungen angestellt. An neun Stellen rund um den Erdgasförderplatz Varenesch Z1 in der Gemeinde Goldenstedt wurden Bodenproben entnommen und auf verschiedene Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe analysiert. Ergebnis: Schädliche Bodenveränderungen wurden nicht festgestellt.

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