Digitale Gutschein-Codes geklaut 

Arbeitgeber betrogen: Azubi hat 15.000 Euro veruntreut

Oldenburg - Weil er in zahlreichen Fällen Gelder seines Arbeitgebers veruntreut hat, ist ein Auszubildender eines Oldenburger Verbrauchermarktes am Donnerstag vom Amtsgericht wegen gewerbsmäßiger Untreue schuldig gesprochen worden. Gegen den Angeklagten wurde eine Geldauflage von 2. 400 Euro verhängt.

Der heute 22-Jährige hatte an der Kasse sitzen dürfen. Der Markt verkauft unter anderem auch Guthabenkarten, mit denen man online einkaufen und digital bezahlen kann. Wenn Kunden diese Gutscheine kaufen, müssen sie den entsprechenden Gegenwert an der Kasse bezahlen.

Auch der 22-Jährige shoppte gerne online. Vor allem aber spielt er im Internet gerne Spiele. Das alles musste bezahlt werden – mit dem Gehalt eines Azubis nicht zu schaffen. Und so kam der Angeklagte auf die Idee, sich die Prepaid-Karten selbst zu verkaufen. Den zu zahlenden Betrag legte er aber nicht in die Kasse. Anfangs gab sich er noch bescheiden. Zunächst hatten die Codekarten nur einen Gegenwert von zehn oder 20 Euro. Dann aber steigerte sich der Angeklagte – bis zu digitalen Gutschein-Codes im Wert von 500 oder 900 Euro.

Die kriminellen Machenschaften liefen für den Angeklagten äußerst gut, schaute ihm doch keiner auf die Finger oder auf die Kartenabrechnung. Nach Überzeugung des Gerichtes kam dem 22-Jährigen zugute, dass das Kartensystem nicht mit der Ladenkasse gekoppelt war. Stellte sich der Angeklagte, ohne zu bezahlen, ein Guthaben von 900 Euro aus, gab es in der Kasse keinen entsprechenden Fehlbetrag. Eineinhalb Jahre lang konnte er agieren wie er wollte, bis er dann aufflog. Die Staatsanwaltschaft hatte 119 Fälle der gewerbsmäßigen Untreue mit einem Schaden von 15. 000 Euro angeklagt.

Der reuige Angeklagte räumte grundsätzlich ein, derartige Taten begangen zu haben, aber nicht in der Vielzahl. Und in der Tat: Es wurde nicht ausgeschlossen, dass sich auch andere Mitarbeiter des Verbrauchermarktes an den Codekarten bedient haben könnten. Der Vorsitzende Richter sprach am Donnerstag von „laschen“ Kontrollen im Verbrauchermarkt, die die Taten begünstigt hätten.  

wz

Rubriklistenbild: © dpa

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