Schüler des Gymnasiums Wildeshausen siegreich

Anneke, Jannis und Stella beim Landesentscheid von „Jugend debattiert“ dabei

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Die vier stolzen Sieger des Regionalentscheids: Jannis Hannekum, Anneke von der Ecken, Emma Beneke und Stella Wolke (v.l.) sind im März beim Landesentscheid in Hannover dabei. 

Wildeshausen - Von Alina Pleuß. Von den klasseninternen Debatten über den Schul- bis hin zum Regionalentscheid ziehen nun drei Wildeshauser Gymnasiasten zum Landesentscheid von „Jugend Debattiert“ am 13. März nach Hannover: Anneke von der Ecken und Jannis Hannekum (beide Sekundarstufe II) belegten während des Wettbewerbs auf regionaler Ebene am Dienstag im Gymnasium Wildeshausen den ersten und zweiten Platz. Stella Wolke sicherte sich das zweite Treppchen für die Sekundarstufe I. Ebenfalls im März mit dabei ist die 14-jährige Emma Beneke vom Gymnasium Bruchhausen-Vilsen, die im Bereich Sek I die Debatte gewann.

„Je öfter man debattiert, umso sicherer und selbstbewusster wird man“, berichtete die 18-jährige von der Ecken. „Man lernt, sich besser zu artikulieren. Das bereitet unter anderem auch auf das mündliche Abitur vor“, ergänzte Hannekum. Die beiden Schüler debattierten im Finale der Sek II in einer Vierergruppe gegeneinander zu der Fragestellung: „Sollen Toiletten im öffentlichen Raum grundsätzlich Toiletten ohne Geschlechteraufteilung sein?“. 

Während der Debatte waren Jannis Hannekum (l.) und Anneke von der Ecken vollkommen konzentriert.

Hannekum vertrat die Pro-, von der Ecken die Contra-Seite. Schon zu Beginn machte der 18-jährige Gymnasiast deutlich, worum es ihm in der Debatte ging: Diskriminierung. „Für manche Menschen sind auf öffentlichen Toiletten nur die Keime das größte Problem. Transgender und Intersexuelle jedoch sehen sich an diesen Orten diskriminierenden Situationen ausgesetzt“, führt er an. Sie könnten von anderen Besucher der Toilette verwiesen werden, da sie der äußerlichen Erscheinung nach vielleicht einem anderen Geschlecht zugeordnet werden. „Ihnen könnte sogar Gewalt angedroht werden“, so Hannekum. Ganz abgesehen von dem psychischen Druck, sich einem Geschlecht zuordnen zu müssen. Er plädiere deutlich für eine Unisex-Toilette.

Von der Ecken hingegen erläuterte, dass diese Veränderung zugute einer Minderheit zu einer Diskriminierung von anderen Menschen führen könnte. „Frauen, die aus religiösen Gründen nicht auf die gleiche Toilette wie Männer gehen können, werden damit ausgegrenzt“, so die 18-Jährige. Sie definierte die öffentliche Toilette auch als Rückzugsort für Frauen, wo sie unter sich sind. Eine geschlechterneutrale Regelung würde das in Gefahr bringen.

Anneke von der Ecken, die Gewinnerin der Sekundarstufe II, erhält ihre Einladung zum Landesentscheid.

Im weiteren Verlauf debattierten die vier Schüler unter anderem über eine Toiletteneinteilung für drei Geschlechter, die wirtschaftliche Bedeutung eines Wandels zur Unisex-Toilette, aber auch über ernstere Themen wie die Wahrscheinlichkeit von sexuellen Übergriffen auf nicht geschlechterspezifischen, öffentlichen Sanitäranlagen. Letztendlich resümierte Hannekum: „Wir haben zwar einige verschiedene Standpunkte, doch in einer Sache sind wir uns einig: Die Diskriminierung besteht.“

Bei der finalen Debatte der Sek I wurde die Frage „Sollen Läden auch an Sonntagen öffnen dürfen?“ behandelt, wobei Beneke und Wolke sich durchsetzten. Am Regionalentscheid nahmen Schüler der Gymnasien aus Wildeshausen, Bruchhausen-Vilsen sowie Sulingen teil.

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