Ankunft weiterer Flüchtlinge

„Stoßen langsam an unsere Grenzen“

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Auch im neuen Jahr suchen weiterhin Flüchtlinge in Wildeshausen Schutz.

Wildeshausen/Ahlhorn - Von Jan Schmidt. Ungebrochen ist weiterhin der Flüchtlings-Zustrom in den Landkreis Oldenburg. Zwei Busse mit Männern, Frauen und Kindern erreichten gestern die Stadt Wildeshausen. Zur Registrierung wurden die Familien in die Widukindhalle gebracht. Dort sollen sie bis auf Weiteres bleiben.

Ursprünglich als Übergangslösung geplant, dient die Widukindhalle nunmehr als feste Station für die Erstaufnahme. Später erfolgt die Verteilung auf die Gemeinden.

Vor allem in der Gemeinde Großenkneten beschäftigt die Entwicklung die Bevölkerung vor Ort. Auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes in Ahlhorn könnten bis zu 1800 Flüchtlinge untergebracht werden. Allerdings hält Bürgermeister Thorsten Schmidtke diese Variante für wenig sinnvoll. In dem 6400-Einwohner-Ort liege der Migranten-Anteil ohnehin schon bei 40 Prozent. Zusätzlich seien zeitweise bis zu 2000 Erntehelfer untergebracht. „Bei so vielen Nationalitäten besteht die Gefahr, dass Spannungen auftreten“, sagte Schmidtke. Beeinflussen könne er die Situation aber nicht: „Zwischen der ,Metropolpark Hansalinie‘ und dem Innenministerium gibt es schon seit längerem Kontakt. Wenn sich die beiden Parteien einigen, sind Politik und Verwaltung aus dem Spiel“, berichtete der Bürgermeister. Er verwies aber diesbezüglich auf die jüngsten Informationen der Landtagsabgeordneten Renate Geuter (SPD). Demnach sei die Unterbringung auf dem Metropolpark-Gelände derzeit keine Option. „Es gibt wohl noch genügend andere Alternativen“, so Schmidtkes Vermutung. Vorsichtshalber sei die Gemeinde dennoch mit dem zuständigen Staatssekretär in Verbindung getreten. „Wir konnten unseren Standpunkt erläutern und begründen.“ Das Ganze liege nun auf Eis.

Rund um die Uhr ist die Großenkneter Verwaltung mit der Unterbringung der Flüchtlinge beschäftigt. Bis Ende März sollen weitere 90 Personen in der Gemeinde eine Bleibe finden. „Die auferlegte Quote haben wir in den vergangenen Monaten ganz gut abgearbeitet. Langsam stoßen wir aber an unsere Grenzen“, schilderte Schmidtke die Situation. Angedacht sei es deswegen, in den einzelnen Gemeindeteilen sogenannte Schlichtbauten (Holzrahmenbauten) zu errichten. Diese ließen sich in kürzester Zeit bereitstellen, böten Platz für jeweils rund 50 Flüchtlinge und seien wetterfest. „Beim Thema Wohnraum sind wir weiterhin für jedes Angebot dankbar“, unterstrich der Bürgermeister. Wer etwas zur Verfügung stellen könne, solle sich unbedingt mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung setzen. Einen ähnlichen Aufruf hatte vor einiger Zeit schon die Stadt Wildeshausen gestartet.

Damit die Städte und Gemeinden den logistischen und personellen Aufwand weiterhin leisten können, ist für die kommenden Tage ein Treffen mit Vertretern der Kreisverwaltung geplant. Gelder, die vom Bund zur Verfügung gestellt werden, sollen dann künftig direkt an die Kommunen fließen.

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