Oldenburger hat rund zehn Jahre Gefängnis zu erwarten

Acht Prostituierte bedroht und ausgeraubt

Oldenburg - Wegen besonders schweren Raubes in acht Fällen muss sich seit Donnerstag ein 26-jähriger Mann aus Oldenburg vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, acht Prostituierte in deren Wohnungen in Oldenburg, Delmenhorst und Varel teils mit einer Machete bedroht und ausgeraubt zu haben. In einem Fall habe der Angeklagte auch Pfefferspray eingesetzt, so die Anklage.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, acht Prostituierte in deren Wohnungen in Oldenburg, Delmenhorst und Varel teils mit einer Machete bedroht und ausgeraubt zu haben. In einem Fall habe der Angeklagte auch Pfefferspray eingesetzt, so die Anklage.

Die Vorgehensweise des Angeklagten war in allen Fällen gleich. Zunächst hatte er mit den jeweiligen Frauen bezahlten und einvernehmlichen Sex, dann soll er die Waffen gezückt und sie ausgeraubt haben. Der Beschuldigte will mit großen Hoffnungen nach Deutschland gekommen sein. Und in der Tat: Er spricht mittlerweile gut deutsch, hatte ein Architekturstudium begonnen und sich später als Polizist beworben. Doch dann hätte die Familie seiner Ehefrau eine Ablösesumme in Höhe von 15.000 Euro gefordert, die er nicht habe zahlen können.

Um schnell an Geld zu kommen, habe er Prostituierte ausgeraubt. In den meisten Fällen habe er den Frauen aber nicht alles genommen. „Das wäre zu gemein gewesen“, meinte der Angeklagte. Er beteuerte, in keinem der Fälle Waffen eingesetzt zu haben. Er habe lediglich Wertsachen und Geld an sich genommen, als die Frauen geduscht hätten.

Die vierte Große Strafkammer des Landgerichtes unter Vorsitz von Richterin Judith Blohm zeigte sich vor dem Hintergrund der Aktenlage und den Aussagen der Opfer aber skeptisch. Bei einem Geständnis im Sinne der Anklage könnte der Mann noch mit einer Gefängnisstrafe zwischen acht und zehn Jahren rechnen. Bei einem Schuldspruch im Sinne der Anklage ohne Geständnis würde die Strafe deutlich über zehn Jahren Haft liegen, so die Richterin. Der Beschuldigte war im Juli nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei durch die Stadt festgenommen worden. Seine Flucht endete damals im Dobbenteich. - wz

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-tmn

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