Unterstützung der Handwerkskammer

Abdul beginnt Ausbildung in einer Bäckerei

Abdul darf sich der Hilfe von Marco Janssen (l., Willkommenslotse der Handwerkskammer), den Chefs Andrea und Thomas Lohmann sowie der Ausbildungskollegin Lena de Vries (r.) sicher sein. - Foto: Handwerkskammer

Oldenburg - Mithilfe der Handwerkskammer (HWK) hat Karar Ahmed Abdalsater (Rufname: Abdul) seine Ausbildung in einer Bäckerei bei Oldenburg begonnen.

Flüchtlinge betrieblich integrieren: Diese vielschichtige Aufgabe hat Marco Janssen bei der HWK Oldenburg übernommen. „Egal ob Praktikum, Einstiegsqualifizierung, Ausbildung oder Beschäftigung: Ich gebe die wichtigsten Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen und erkläre, wo die Betriebe weiterführende Informationen und Unterstützung finden“, sagt Janssen. Der 38-Jährige bringt dafür berufliche Erfahrungen sowohl aus dem Handwerk als auch aus der Sozialpädagogik mit.

Davon profitiert hat bereits „Lohmanns Gläserne Backstube“ in Edewecht. Dort hatte Abdul vor zehn Monaten ein Praktikum gemacht. Andrea und Thomas Lohmann waren sehr angetan von dem freundlichen, interessierten und immer pünktlichen Mann aus dem Sudan, teilte die HWK mit. Sie gaben ihm mit einer Einstiegsqualifizierung gleich die nächste Chance.

Im Heimatland als Pizzabäcker beschäftigt

Auch die wusste der 28-jährige Abdul, im Heimatland ehemals als Pizzabäcker beschäftigt, zu nutzen. „Wir hatten aber ein Problem mit seinem Status als Flüchtling“, erklärt die Ernährungsberaterin im Bäckerhandwerk, Andrea Lohmann. Bäckermeister Thomas Lohmann ergänzt: „Wir wollten ihn aber unbedingt haben.“

An diesem Punkt kam Janssen ins Spiel. Er arbeitet in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Programm „Passgenaue Besetzung“, das mit den „Willkommenslotsen“ eine Erweiterung als Maßnahme für Flüchtlinge erfahren hat. „In Gesprächen mit der Agentur für Arbeit und dem Amt für Ausländerangelegenheiten haben wir die nötigen Entscheidungen herbeigeführt“, berichtet Marco Janssen.

Einem Ausbildungsbeginn zum 1. August stand nichts mehr im Weg. „Mit Abdul haben wir einen Auszubildenden mehr, als wir geplant hatten“, sagt Andrea Lohmann. Der „reguläre“ Platz ist an Lena de Vries vergeben. Die 16-Jährige geht mit Abdul zur Berufsschule und bietet Hilfe an, wo sie kann. In einer Sache muss sich Abdul, der seit drei Jahren in Deutschland lebt, aber selbst am meisten helfen: bei der Sprache. Nach der Arbeit fährt er jeden Tag für einen Kurs mit dem Bus von Edewecht nach Oldenburg. „Mathe ist gut, aber Fachkunde ist schwierig“, weiß er um die Anforderungen in der Berufsschule.

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