28-jährige Frau brutal missbraucht/Angeklagter ist drogen- und alkoholabhängig

Acht Jahre Haft für Vergewaltiger

Oldenburg - Im Prozess gegen den 55-jährigen Oldenburger, der am 1. Juni vergangen Jahres eine Wohnungsnachbarin auf sadistische Art und Weise vergewaltigt hatte, ist der Angeklagte gestern zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Darüber hinaus ordnete das Oldenburger Landgericht die Unterbringung des drogen- und alkoholabhängigen Angeklagten in einer geschlossenen Entziehungsanstalt an.

Täter und Opfer kannten sich gut. Er habe sich als großer Bruder der 28-Jährigen verstanden, hatte der 55-Jährige erklärt. Doch als die junge Frau einen Freund hatte, war es den Feststellungen zufolge mit den angeblichen Verwandtschaftsgefühlen vorbei gewesen. Am Tattag stürmte der Angeklagte in die Wohnung der 28-Jährigen, schlug sie, trat wuchtig in ihren Unterleib, bedrohte sie mit einem Revolver, würgte die Frau mit einem Schal und vergewaltigte sie mit einem Stuhlbein.

Die schweren Verletzungen, die die Frau davontrug, haben dieses brutale Geschehen bewiesen. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe heruntergespielt. Schläge und Tritte gab er zu, nicht aber die Vergewaltigung. Die Verteidigung hatte gefordert, ein Glaubwürdigkeitsgutachten über die 28-Jährige erstellen zu lassen. Das aber lehnte das Gericht ab. Es sei grundsätzlich Aufgabe des Gerichtes, Zeugenaussagen zu bewerten, sagte die Vorsitzende Richterin Judith Blohm.

Die Kammer schenkte dann auch der 28-Jährigen absoluten Glauben. Die junge Frau hatte von Anfang an das Grauen mehreren Zeugen und Ermittlern gegenüber detailliert geschildert. Gutachten belegten ihre Aussagen. Sie leidet noch heute massiv unter dem Geschehen.

„Roh und brutal“ sei die Vorgehensweise des 55-jährigen Oldenburgers gewesen, sagte der Anklagevertreter in seinem Plädoyer. Neben der Unterbringungsmaßnahme hatte er für den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten beantragt. Er könne sich kaum etwas Brutaleres vorstellen als das, was die junge Frau erlebt habe, sagte der Staatsanwalt.

wz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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