Mentorinnen seit einem Schuljahr

„Ohne Lesen kaum eine Chance“

Die Spiele sollen in drei Koffer verteilt an den Schulen eingesetzt werden.

Wildeshausen - Sie arbeiten eher im Hintergrund, aber ohne sie würden es zahlreiche Grundschüler wesentlich schwerer haben im Unterricht. Die Rede ist von den Lese-Mentorinnen, den zwölf Mitgliedern des Wildeshauser Frauenvereins, die in Wallschule, St.-Peter-Schule und Hunteschule (Förderschule Lernen) seit einem Schuljahr erfolgreich unterwegs sind. Trotz Ferien kamen die Frauen jetzt in der Hunteschule zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Schnell wurde deutlich, dass es noch wesentlich mehr Mentorinnen sein könnten, um den Bedarf besser abdecken zu können. „Wenn zu Hause niemand ist, der mit den Kindern liest, und das ist leider sehr oft der Fall, haben die Grundschüler keine Chance, im Unterricht richtig mitzukommen“, bringt Henrike Mildes die Wichtigkeit der Mentorinnen-Arbeit auf den Punkt. „Daher wäre es wichtig, wenn sich noch mehr Menschen melden würden“, fügt die Vorsitzende des Frauenvereins, Birgitte Ottilie Kaiser, an. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um Vereinsmitglieder handele oder nicht. „Auch Männer sollten sich melden. Sie finden zu Jungen oft besser einen Zugang“, sagt Susanne Baumgarten. Interessenten können sich unter Telefon 04431/ 9550828 bei der Vorsitzenden melden

Der Leiter der Hunteschule, Thomas Trüper, brachte die Wichtigkeit mit wenigen Worten auf den Punkt: „Die Schüler bekommen dadurch ein hohes Maß an Zuwendung, was sie immer wieder auch genießen.“ Und das wirke sich positiv auf Unterricht und Sozialverhalten aus: „Sie wollen zeigen, dass sie etwas können. Daher nehmen sie das Angebot auch immer wieder gerne an.“ Von den Kollegen der anderen Schulen wisse er, dass es sich auch dort so verhalte. „Ich bin an der St.-Peter-Schule“, sagt Susanne Baumgarten, „immer wieder teilt mir Schulleiterin Brigitte Schmidt mit, dass unsere Arbeit fruchtet, dass die Kinder gute Forschritte machen.“

Insgesamt werden von den zwölf Frauen etwa 30 Kinder „beschult“. „Und die stammen nicht etwa alle aus Familien mit Migrationshintergrund, wie es die Meinung vieler Bürger ist. Nein, es gibt durchweg sehr viele Defizite. Und unser Ziel ist es, mitzuhelfen, diese Stück für Stück abzubauen.“

Die Vorsitzende machte keinen Hehl daraus, dass es deutlich mehr Kinder gebe, die die Lese-Hilfe dringend nötig hätten: „All das ist aber nur mit noch mehr Mentoren zu schaffen.“

Sie war es auch, die mehrere Taschen voller Gesellschafsspiele mitgebracht hatte. Damit sollte jedoch nicht gespielt werden. Vielmehr handelt es sich um Lehrmaterial, das nach den Ferien von den Mentorinnen in den Schulen eingesetzt werden soll. Denn „Wort für Wort“, „Schloss Silbenstein“, „Piraten-ABC“ und einiges mehr sind Spiele, die sich mit dem Lesen beschäftigen. „Übers Spielen können die Kinder viel lernen. Denn viele kommen zu uns, lesen vor und wissen gar nicht, was sie gelesen haben. Und genau so soll es nicht sein“, sagt Brigitte Ottilie Kaiser. Daher sei es wichtig, das sich die Frauen intensiv mit jedem einzelnen Kind beschäftigen: „Nur so stellt sich der gewünschte Erfolg auch wirklich ein.“

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