Friedel Horstmann baut Miniaturabbildungen von Oldtimer Traktoren / „Sehr schönes Hobby“

Ohne Fantasie geht gar nichts

Der „Kleine“ mit seinem großen „Bruder“: In Friedel Horstmanns Sammlung darf ein Abbild seines „Deutz“, Baujahr 1951, natürlich nicht fehlen.

Harpstedt - Von Josephine PabstHARPSTEDT · Auf dem kleinen Traktor, Typ „Hanomag R 28 A“, Baujahr 1951, sind die einzelnen Zylinder exakt erkennbar. Das Logo des Herstellers prangt auf dem Kühler, bei dem das Metallgehäuse millimetergenau auf das Holz übertragen wurde. Tagelange Arbeit hat es den Harpstedter Friedel Horstmann gekostet, das detailgetreue Abbild durch Schnitzen, Feilen und Raspeln in reiner Handarbeit zu erschaffen. Außer der Drechselmaschine kommt für ihn kein technisches Hilfsmittel in Frage. Grundlage waren nur Fotos und Artikel aus Büchern und dem Internet.

„Da gehört schon eine Menge Fantasie dazu, bis aus einer Abbildung ein fertiges Modell wird“, erzählt der 70-Jährige. Wenn er Glück hat, findet er Maße in einem Buch über Oldtimer. „Allerdings steht nirgendwo, wie groß die Abstände zwischen den Rädern, vom Lenkrad bis zum Boden oder wie lang der Auspuff sein muss. Das muss man sich vorstellen können, sonst braucht man gar nicht erst anzufangen.“ In seiner Werkstatt sind überall Indizien auf das ungewöhnliche Hobby zu erkennen. Skizzen und Entwürfe liegen neben Ersatzrädern, Holzblöcken, Feilen und Raspeln. „Ich zeichne meine Modell immer erst vor. Dann beginne ich, den Rohling zu bearbeiten.“ Die fertigen Traktoren sollen möglichst aus einem Stück gefertigt sein: „Ich verwende keine Nägel oder Schrauben, sondern, wenn nötig, nur Leim.“ Bei den Abbildungen funktioniert schließlich die Lenkung genauso gut wie bei den großen Vorbildern – wenn nicht noch besser. „Ich nutze für meine Arbeit fast ausschließlich Buchenholz, das hat kurze Fasern und reißt nicht so schnell. Außerdem lässt es sich sehr gut bearbeiten“, erklärt Friedel Horstmann. „Und das Holz muss wirklich ganz trocken sein.“ In seiner Werkstatt stehen bisher etwa zehn Modelle, darunter nicht nur Traktoren, sondern auch ein Schlepper. Friedel Horstmann tippt auf die Scheibe der Fahrerkabine: „Wissen Sie, woraus die ist? Das war mal ein Eisbecher. Die Krümmung war wie gemacht.“ Als der 70-jährige Traktorenfan vor etwa einem Jahr seine neue Leidenschaftbegann, fertigte er die Modelle zunächst aus Styropor an, um sich besser an das fertige Modell herantasten zu können. „Jeder Trecker ist wieder ein bisschen anders. Aber das werde ich ja wohl hinkriegen“, meint er mit einem Lachen. Hin und wieder hat Friedel Horstmann auch schon besondere Wünsche bei der Modellauswahl berücksichtigt. „Ich habe mal eine Raupe angefertigt, ,Rübezahl'. Das waren 48 einzelne Teile. Als das Modell bei dem Auftraggeber angekommen ist, hat er sogar vor Freude geweint.“

Noch ein paar Jahre will er seine Freizeitbeschäftigung betreiben: „Solange es körperlich möglich ist, werde ich weiterhin daran arbeiten. Das ist doch ein sehr schönes Hobby, oder nicht?“

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