Maria Kramer stolz auf Schmuckstück aus dem Jahr 1591

Ofenplatte zeigt Szenen aus der Bibel

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Maria Kramer findet es toll, ein solches Stück im Besitz zu haben. ·

Wildeshausen - Von Joachim DeckerEin staunender Ulrich Kramer aus Wildeshausen war am Sonntag in der N-3-Fernsehsendung „Lieb und teuer“ zu sehen. Neben ihm stand die 20 Kilogramm schwere gusseiserne Ofenplatte seiner Mutter Maria – mit der Jahreszahl 1591. Soeben hatte ihm ein Kunstexperte bestätigt, dass diese Platte in der Tat aus dem Jahr 1591 stammt.

Seit gut zehn Jahren ziert diese Ofenplatte das Haus von Maria Kramer. „Sie stammt von einem Hof in Rechterfeld, der vom Onkel meines Ehemannes Franz, Bernhard Varnhorn, bewirtschaftet wurde. Als er und seine Frau Anne Varnhorn verstorben waren, stand jedoch die Haushaltsauflösung an“, erzählt Maria Kramer. Auch sie sei nach Rechterfeld gefahren: „Als ich ankam, stand schon ein großer Container vor dem Haus. Es sollte vieles in den Müll gehen. Mir fiel sofort diese Ofenplatte auf. Als sie niemand haben wollte, haben wir sie mit nach Wildeshausen genommen.“

Diese Wort kann Schwiegertochter Uta Kramer nur bestätigen: „Seinerzeit wollte Maria uns die Platte für unser im Bau befindliches Haus überlassen. Aber der Bau-Stress hat dafür gesorgt, dass sie eigentlich völlig in Vergessenheit geraten ist.“ Jahrelang sei die Familie immer wieder auf dem Innenhof an der Ofenplatte vorbeigelaufen, ohne groß Notiz davon zu nehmen: „Als wir dann aber einmal im Museumsdorf Cloppenburg waren und dort auf Ofenplatten gestoßen sind, hat Schwiegermutter erneut von ihrer Platte erzählt. Zu Hause haben wir diese dann genau unter die Lupe genommen.“

Dabei sei die Familie nicht nur auf die Jahreszahl 1591 gestoßen, sondern habe auch die beiden Motive bewundert.

Während auf der einen Seite die Kreuzigung Jesu gezeigt wird, ist auf der anderen Hälfte ein Kreuz mit einer Schlange zu sehen. „Wir haben herausgefunden, dass dies ein Motiv aus dem Alten Testament ist. Gott spricht zu Mose, dass er eine eherne Schlange um ein Kreuz ranken und dieses aufrichten soll. Wer aus dem Volke Israel diese Schlange anschaut, ist gerettet“, erzählt Uta Kramer. Dabei handele es sich um eine recht unbekannte Szene aus der Bibel.

Gemeinsam habe die Familie die Idee gehabt, sich mit dem NDR in Verbindung zu setzen. „Wir kannten die Sendung ,Lieb und teuer‘. Anfang 2010 haben wir uns dort gemeldet, etwa eineinhalb Jahre später kam die Nachricht, dass uns die Kunstexpertin Dorothée Rather besuchen wird“, erinnern sich Uta und Maria Kramer. Diese Expertin habe sich die Platte ganz genau angeschaut und sich sehr interessiert gezeigt: „Natürlich wird an dieser Stelle noch nichts verraten, aber sie ließ durchblicken, dass die Platte tatsächlich schon so alt sein könnte.“

Uta und Maria Kramer müssen lachen, als es sie erzählen, dass die Familie etwas gespalten war, als es um das Alter der Platte ging. „Während sich einige sicher waren, dass sie über 400 Jahre alt ist, meinten die anderen, dass sie irgendwie nachgemacht wurde. Ich habe Geschichte studiert und etwas Ahnung. Für mich sah die Platte nicht wie nachgegossen aus“, sagt Uta Kramer. Maria Kramer: „Ich konnte damals nicht so wirklich glauben, dass diese Ofenplatte schon so alt sein soll. Allerdings war mir schon klar, dass es sich bei den Bildnissen um Szenen aus dem Alten und Neuen Testament handeln muss.“

Gewissheit gab es im Schloss Reinbek, wo die Sendung „Lieb und teuer“ am 14. November aufgezeichnet wurde: „Am Sonntag konnten die Fernsehzuschauer miterleben, wie ein Kunstexperte Ulrich Kramer bestätigte, dass die Platte in der Tat aus dem Jahr 1591 stammt und dass sie Teil eines Ofens war. „Es ist schon faszinierend, ein solches Stück zu besitzen“, betont Maria Kramer.

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