Malteser klären auf / Neuer Kursus

Nummer 112 noch immer unbekannt

Auch Mitglieder der Wildeshauser Ortswehr lassen sich regelmäßig von den Maltesern schulen.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (eb/jd) · „Das Ergebnis ist erschreckend“, sagen die Verantwortlichen des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) Wildeshausen: 82 Prozent der Deutschen wissen nicht, dass sie im Notfall an jedem Ort der EU unter der Telefonnummer 112 Hilfe holen können.

Das fand die Europäische Kommission in der Eurobarometer-Umfrage heraus. „Wir erleben das regelmäßig während unserer Erste-Hilfe-Kurse: Wenn wir nach der Notrufnummer fragen, herrscht bei den Teilnehmern ahnungslose Stille“, sagt Kassandra Groeneveld, Leiterin der Breitenausbildung des MHD in Wildeshausen. „Dabei zählt im Notfall jede Sekunde: Jeder sollte wissen, wie er helfen kann oder zumindest Hilfe holt.

Anlässlich des Europäischen Tages der Notrufnummer 112 am 11. Februar starten die Malteser eine Erste-Hilfe-Offensive und laden Jung und Alt zu einem Erste-Hilfe-Kurs ein, der am 2. März (18 Uhr) beginnt. Die Fortsetzung erfolgt am 9. und 10. März. Anmeldungen unter Tel. 04431/93580.

„Leider sehen die meisten Menschen diesen Kurs noch als lästige Pflicht auf dem Weg zum Führerschein und nicht als Chance, Lebensretter zu werden“, berichtet Roman Kaminski, Leiter Notfallvorsorge des MHD.

Umso mehr freut es ihn, wenn sich junge Eltern oder Großeltern zum Kurs „Erste Hilfe bei Kindernotfällen“ anmelden oder Vereine und Chöre geschlossen ihre Kenntnisse auffrischen. „Meistens geht dem Engagement ein erschreckendes Erlebnis voraus: Ein Kind verschluckt etwas, und die Eltern geraten in Panik. Oder ein Sänger bricht plötzlich zusammen und niemand im Chor weiß, was zu tun ist“, sagt Kaminski.

Besonders schockierend sind solche Situationen für Kinder: wenn sie alleine mit der Oma oder dem Opa sind, die sich plötzlich an die Brust fassen und bewusstlos werden. „Das ist ein riesiger Schock für die Kinder, der sich in die kleine Seele brennt und noch Jahre später Schuldfragen aufwirft“, erzählt Groeneveld. Dabei können auch Kinder zu Lebensrettern werden, wenn sie den Rettungsdienst unter der 112 anrufen und sagen, wo und was passiert ist, wie viele Menschen verletzt sind und was sie haben. All das bringen die Malteser den Kleinsten ab vier Jahre spielend in dem Kurs „Abenteuer Helfer“ bei, der sich auch für Projekttage in Kindergärten und Schulen eignet. „Wir laden Jung und Alt ein, sich zu Ersthelfern ausbilden zu lassen, um im Notfall helfen zu können.“

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