Aber: Experten rechnen mit Population im Landkreis während der nächsten Jahre / Neue Broschüre

Noch keine Fischotter gesichtet

Bernd Lögering zeigte sich sehr zufrieden mit der von Christina Peters und Markus Richter (v.l.) erstellten Broschüre.

Landkreis - (ck) · Hunderte Kilometer arbeitete sich Christina Peters während der ersten Monate des Jahres an den Gewässer-Ufern im Kreisgebiet entlang – den Blick immer gen Boden gerichtet. Vor allem unter Brücken lassen Fischotter gern einen Kothaufen zurück, „um mit anderen Artgenossen zu kommunizieren“, erklärte die Diplom-Ingenieurin für Landschaftsentwicklung. Im Auftrag der Bürgerstiftung „Kuckuck“ im Naturpark Dümmer und des Landkreises Oldenburg sollte die Wissenschaftlerin der Frage nachgehen, ob es wieder Otter in der Region gibt. An den 134 Stichproben-Orten musste sie mit „nein“ antworten: „An allen Punkten waren die Befunde negativ.“

Dennoch forschte sie nicht „für die Tonne“, wie Bernd Lögering als Leiter der Unteren Naturschutzbehörde während der gestrigen Präsentation der daraus resultierenden neuen Lektüre unterstrich: „Anhand dieser Erkenntnisse entstand die fünfte Broschüre unserer Schriftenreihe zu Naturschutz und Landschaftspflege. Und dass es bei uns noch keine Fischotter-Population gibt, legt doch nahe, dass wir die Menschen auf die Probleme hinweisen, die diese Tiere haben.“ Als Beispiele nennt Autorin Peters im Heft mit dem Titel „Der Fischotter – wieder im Landkreis Oldenburg?“ das Trockenlegen von Feuchtgebieten, Begradigen von Fließgewässern, Abholzen von Gehölzen in Ufernähe und gefahrenträchtige Straßen – wie bei Amphibienwanderungen.

Natürliche Feinde habe der Otter hierzulande nicht, wie Dr. Markus Richter als Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung „Kuckuck“ in Hüde berichtete: „Allenfalls zählen Frost und Nahrungsmangel dazu.“ Auch die Fischereivereine hegten keine größeren Vorbehalte gegen den Räuber – obwohl jedes Exemplar täglich rund ein Kilogramm Fisch fresse. „Im Gegensatz zu Kormoranen, die die Fische oft auch nur anhacken und somit schwer verletzen, richten Otter solche Schäden nicht an“, ergänzt Lögering.

All diese Faktoren – nämlich zunehmend renaturierte und revitalisierte Gewässer und keine Fressfeinde – dürften zu Fischotter-Populationen im Lauf der nächsten zehn Jahre führen. Da sind sich Lögering, Richter und Peters sicher. „In den 90-er Jahren war diese Art in Niedersachsen fast ausgestorben“, erklärte die Expertin. Nach der Wiedervereinigung habe sich der Otter von Osten nach Westen allerdings zunehmend ausgebreitet.

Für Niedersachen entsteht seit einiger Zeit eine entsprechende Kartierung mit den Vorkommen. Und weil Beobachter vor rund drei Jahren Fischotter an der Delme sowie an den Ahlhorner Fischteichen gesichtet hatten, sah auch die Untere Naturschutzbehörde die Zeit reif für eine Erhebung.

„Dazu haben wir ein Raster mit Planquadraten von 2,5 mal 2,5 Kilometern erarbeitet, aber auch kleinere Einheiten betrachtet“, schilderte Christina Peters. Bis zu 600 Meter von bestimmten Punkten ging sie an den Ufern entlang, um nach Trittsiegeln, also Fußspuren, Ausschau zu halten.

Das Heft in einer Auflage von 1 000 Exemplaren entstand im Diepholzer Druckhaus Breyer – dank der 50-prozentigen Finanzierung von Fördermitteln aus dem Programm „Leader“ der Europäischen Union. Die andere Hälfte zahlte der Landkreis Oldenburg. Erhältlich ist die Broschüre im Kreishaus. „Und wir werden sie auch an die Schulen im Landkreis verteilen, um die Kinder für dieses Thema zu sensibilisieren“, kündigte Lögering an.

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