Mit 90 noch fit

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Beim Lösen von Kreuzworträtseln ist die Jubilarin ein echter Profi. Da bleibt kein Kästchen offen. ·

Dötlingen - Heute ist für Luise Aschenbeck, geb. Welzbacher, „ein schöner Donnerstag“, um ein geflügeltes Wort des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck in leicht abgewandelter Form zu bemühen. Die Seniorin feiert ihr 90. Wiegenfest.

Am 22. März 1922 kam sie in Duisburg zur Welt. Als Teenager hatte sie Verkäuferin werden wollen, doch dieser Wunsch ging nach der Schule nicht in Erfüllung. In schwerer Zeit vermittelte das Arbeitsamt sie als Landwirtschaftsgehilfin: Ihr Arbeitgeber in spe, Landwirt Jan-Johann Dieke aus Brettorf, nahm sie auf dem Bahnhof persönlich in Empfang. „Ein kleines ,Loch‘ als Zimmer neben der Diele und ein Bett mit Strohauflage bekam ich zugewiesen. Der Lohn im ersten Monat betrug zwölf Reichsmark; davon musste ich mir noch Gummistiefel und Kittelschürze kaufen“, erinnert sich die Jubilarin. Auf einem Holschen-Ball lernte sie ihren späteren Ehemann Walter Aschenbeck kennen. Im Krieg gab sich das junge Glück das Ja-Wort. Gleich nach dem Hochzeitssegen musste der Bräutigam wieder an die Front. Er geriet in Gefangenschaft, kehrte aber schon 1945 heim. Um eine Tochter und einen Sohn vergrößerte sich die Familie. 1950 zogen die Aschenbecks in das selbst gebaute Haus an der Oelmühle in Dötlingen ein. Ehegatte Walter ging weiter seinem Beruf als Maurer nach; seine Frau bekam eine Anstellung bei der Bahn und versah ihren Dienst im Bahnhof Dötlingen. Im Ruhestand ging das Paar oft auf Reisen. „Durch die Angebote des Bundeswehrsozialwerks sind wir viel rumgekommen. Wir lernten Deutschland und das benachbarte Ausland kennen“, denkt Luise Aschenbeck gern an die Zeit mit ihrem Mann zurück, der 1992 verstarb. Von gesundheitlichen Schicksalsschlägen hat sie sich gut erholt. „So leicht lass‘ ich mich nicht unterkriegen“, sagt die Seniorin, die ihren Haushalt noch selbstständig führt. Und braucht sie doch mal Hilfe, steht das „Jungvolk“ auf der Matte. „Wir freuen uns, wenn wir Mutter etwas zurückgeben können. Früher war sie ja immer für uns da“, sagt Sohn Herbert. Beim Kreuzworträtseln ist die Jubilarin Profi; da bleibt kein Kästchen offen. Sie vertreibt sich auch die Zeit mit Handarbeiten und Karten spielen, schaut gern Tierfilme im Fernsehen und interessiert sich für die politischen Tagesthemen. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben“, sagt sie. · ll

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