Mahnmalerweiterung feierlich enthüllt

„Nichts ist je vergessen“

Nach der Enthüllung wurde die Mahnmalerweiterung in Augenschein genommen

Wildeshausen - DÖTLINGEN (hen) · Verfolgung, Mord, Zwangsarbeit, Flucht und Vertreibung sind die Verbrechen und die Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, unter der vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden hatte. Zu ihrem Gedenken und gegen das Vergessen wurde gestern die Mahnmalerweiterung des Künstlers „Kajo“ Dierkes aus Lohne an der St.-Firminus-Kirche im Rahmen eines Bittgottesdienstes feierlich enthüllt.

„Das sind die wichtigsten Worte in meiner achtjährigen Amtszeit“, betonte Bürgermeister Heino Pauka. Das Mahnmal solle an den Schrecken der dunkelsten Geschichte Deutschlands erinnern, denn: „Wir können nur eine erfolgreiche Zukunft gestalten, wenn wir aus der Vergangenheit lernen.“

So müsse die Erinnerung an Krieg, Judenverfolgung und Millionen von Heimatvertriebene und andere Gräueltaten aufrecht erhalten werden.

Noch heute würden die Verbrechen einem die Sprache verschlagen, oder man möchte die Augen schließen. Das ginge aber nicht, denn das Schreckensszenario müsse gegenwärtig bleiben. Als Rüstzeug für die Jungen, damit sich die Fehler nicht wiederholen, gelte es den Zeitzeugen zuzuhören, denn noch gebe es sie.

Auch in Dötlingen sei einiges passiert, wovon sich zwar manches erklären lasse, aber vergeben könnten nur die Opfer. Allen, die bis heute leiden würden, rief Pauka zu: „Nichts ist je vergessen.“

„Das Mahnmal bedeute alles und nicht weniger“, hatte Pastor Hartmut Lübben zuvor in seiner Predigt betont. Es sei für alle Opfer – ausnahmslos. Auch für die gefallenen und vermissten Soldaten. Für ihn sei dieser Volkstrauertag oder auch Friedenssonntag genannt, ein Grund zur Freude, denn er sei stolz darauf, dass an dem Mahnmal-Projekt stetig weiter gearbeitet worden sei. Dabei hob er die Zusammenarbeit von Kirchengemeinde und politischer Gemeinde besonders hervor: „Das ist nicht selbstverständlich.“ Die Mahnmalerweiterung solle kein Abschluss sein, sondern ein Anfang und eine Herausforderung für den Frieden.

Bevor das Mahnmal vom Künstler enthüllt wurde ließ Eckehard Hautau, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins, die Entstehung des Objektes Revue passieren und sprach allen Beteiligten seinen Dank für ihr Engagement aus: „Der Wunsch, etwas zu schaffen, was an alle erinnert, denen Leid zugefügt wurde, ist in Erfüllung gegangen.“

Den musikalischen Rahmen gestalteten der Posaunenchor und der Männergesangverein Dötlingen, beide unter der Leitung von Pastor Manfred Rose.

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