Ehemaliger Rektor und langjähriger Lehrer verstärken „Handwerkerdienst“ des Seniorenservicebüros

Nicht nur in Kopfarbeit topfit

Volker Bernasko (3.v.l.), Vera Vollmer (2.v.l.), Erika Aufermann (3.v.r.) und Verwaltungsmitarbeiter Christian Orth (r.) freuten sich gestern im Großenkneter Rathaus über die Verstärkung des ehrenamtlichen Handwerkerdienstes des Seniorenservicebüros durch Rolf Beckemeyer (links) und Herbert Eilks (2.v.r.) aus Ahlhorn.

Grossenkneten - Von Jürgen Bohlken· Dass erst Menschen ab 60 Jahre die Alltagshilfen des Seniorenservicebüros „aktivA“ in Anspruch nehmen dürften, sei „der größte Mangel“ an der Einrichtung, flachste Großenknetens Bürgermeister Volker Bernasko. „Ich habe zwar zwei linke Hände, werde aber ständig abgewiesen“, fügte er schmunzelnd hinzu. Bernasko freute sich gestern Morgen im Rathaus über die Verstärkung, die der ehrenamtliche Handwerkerdienst des im Wardenburger Rathaus beheimateten Seniorenservicebüros bekommen hat. Zwei in der Gemeinde Großenkneten und vor allem in ihrem Wohnort Ahlhorn bekannte Pädagogen stellen sich in den Dienst der guten Sache: Rolf Beckemeyer (71), der frühere Leiter der Graf-von-Zeppelin-Schule, und Herbert Eilks (66), der lange Jahre als Grundschullehrer in Ahlhorn unterrichtet hat.

Ältere Menschen, die nicht auf Hilfen Angehöriger zurückgreifen können, stoßen bei handwerklichen Aufgaben schon mal an ihre Grenzen. Da wird die Installation eines Rauchmelders, der wackelige Türgriff oder auch das Regal, das vor dem Zusammenbruch bewahrt werden will, leicht zu einem echten Problem.

Hier setzt die „Handwer-kerabteilung“ des Seniorenservicebüros für den Landkreis Oldenburg an: Die von Vera Vollmer geleitete Einrichtung vermittelt ehrenamtliche Helfer, die für ältere Menschen einfache handwerkliche Dienste oder auch Gartenarbeiten erledigen. Die Freiwilligen übernehmen wirklich nur kleinere Aufgaben – 60 Meter Hecke schneiden gehört nicht dazu, wohl aber beispielsweise Schneeschippen im Winter. Rolf Beckemeyer hat schon erste Aufträge bekommen. Für eine ältere Dame wechselte er unlängst etwa eine Glühlampe aus. Nicht in Frage kommen für den 71-Jährigen Arbeiten, die sich in einem festen Turnus wiederholen: „Ich will mich nicht wöchentlich binden.“

Im Berufsleben haben Beckemeyer und Eilks zwar Kopfarbeit verrichtet, aber reine Theoretiker sind sie deshalb noch lange nicht. „Bei mir ist noch kein Handwerker im Haus gewesen. Ich habe immer alles selbst gemacht, sogar die Elektrik“, berichtete Beckemeyer im Kneter Rathaus. Eilks verriet, er sei gelernter Elektriker und habe einst sogar Ingenieur werden wollen. Den beiden Neuen im Handwer-kerdienst stünde eigentlich eine kleine Vergütung von fünf Euro pro „Einsatz“ zu – wie auch eine Fahrtkostenerstattung. Auf beides verzichten die (Un-)Ruheständler jedoch, denn sie wollen sich ganz bewusst rein ehrenamtlich engagieren.

Zwölf Mitstreiter zählen aktuell zur „Handwerkerabteilung“ des Servicebüros, wie Vera Vollmer erläuterte. Die Gemeinde Großenkneten ist bereits recht gut versorgt. Sie kann auf drei Freiwillige in Ahlhorn und einen weiteren in Sage zurückgreifen. „Schön wäre es, wenn sich auch in Huntlosen und Großenkneten Interessenten fänden, so Erika Aufermann aus dem Seniorenbeirat. Wer älteren Menschen mit freiwilligen Alltagshilfen zur Seite stehen möchte, erfährt bei ihr unter Tel.: 04435/5756 Näheres.

Hauptstandbein des Servicebüros sind die Seniorenbegleiter. Rund 40 stehen aktuell zur Verfügung. Sie leisten gegen einen Obolus von drei bis fünf Euro pro Stunde kleine Dienste in Haushalt oder Pflegebegleitung. Noch gibt es kreisweit einige „weiße Flecken“ auf der Landkarte, aber auch die sollen nach Möglichkeit bald verschwinden. In der Samtgemeinde Harpstedt und in Neerstedt starten nach den Sommerferien kostenfreie Ausbildungen zum Seniorenbegleiter in der Regie der „regio-VHS Ganderkesee-Hude“, kündigte Vera Vollmer an. Die Nachfrage – auch nach den ehrenamtlichen Handwerkern – schwanke indes durchaus. „Ein bis zwei Einsätze in der Woche sind keine Seltenheit, aber es kann ebenso passieren, dass ein Freiwilliger mehrere Wochen überhaupt keinen Auftrag bekommt“, berichtete Vollmer. Senioren aus der Gemeinde Großenkneten, die gern die Hilfsdienste in Anspruch nehmen möchten, müssen übrigens nicht in Wardenburg anrufen. Die Seniorenbegleiter sind im Bedarfsfall auch unter Tel.: 04435/600 230 zu erreichen.

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