Tierschutzgruppe gibt die Tiere nicht an alle Interessenten ab und stößt damit öfter auf Unverständnis

Nicht jeder bekommt die Wunschkatze

Zurzeit gibt es im Katzenhaus der Tierschutzgruppe mehr als 40 Katzen, die vermittelt werden sollen.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · „Die müssen doch froh sein, wenn sie Tiere vermitteln können. Warum stellen die sich dann so an?“ Das sind Vorwürfe, die die Aktiven der Tierschutzgruppe Wildeshausen im Katzenhaus immer wieder zu hören bekommen. Viele Bürger reagieren verärgert, wenn sie ihre Wunschkatze nicht mit nach Hause nehmen dürfen, obwohl diese doch im Tierheim nicht optimal untergebracht ist. Aber die Tierschützer haben in der Regel gute Gründe für ihr Verhalten. Nicht immer ist das, was die Menschen wollen, auch gut für die Tiere, so die Aktiven.

Die Kinder waren traurig, die Mutter enttäuscht. Zu gerne hätte eine Familie aus Wildeshausen ein Kätzchen aus dem Tierheim der Tierschutzgruppe geholt. „Die Kinder haben sich sofort in die Katze verliebt. Sie sah so aus, wie die Katze, die bei uns gestorben ist“, berichtete die Mutter, die nicht genannt werden möchte. „Doch dann wollten die Leute im Katzenhaus das Tier doch nicht abgeben. Die Begründung: Am Bargloyer Weg sei die Gefahr für die Katze zu groß, überfahren zu werden.“ Dabei, so die Mutter, verfüge die Familie über ein großes Grundstück, und es sei doch schön für die Katze, eine bessere Zukunft als im Katzenhaus zu haben. „Meine Kinder können das nicht verstehen. Das Tier hätte bei uns eine gute Zeit gehabt.“

Was auf den ersten Blick in der Tat nicht verständlich klingt, macht aus Sicht der Tierschutzgruppe jedoch durchaus Sinn. Claudia Heick, zweite Vorsitzende des Vereins, bestätigt auf Nachfrage unsere Zeitung, dass sie tatsächlich das Tier nicht habe abgeben wollen, weil die Bargloyer Straße für das Kätzchen zu gefährlich sei. „Das hat aber damit zu tun, dass die Katze, die sich die Familie ausgesucht hatte, erst zehn Wochen alt war und mit der Flasche aufgezogen werden musste.“ Das Tier sei von Geburt an an den Menschen gewöhnt gewesen und habe dadurch seine natürliche Scheu verloren. Das wiederum habe zur Folge, dass ein solches Tier zu vertrauensvoll sei und damit die Gefahr wachse, dass es überfahren werde.

„Diese Katze ist nur für Wohnungshaltung geeignet gewesen“, so Heick, die gleichzeitig deutlich macht, dass sie sich viel Zeit für die Interessenten nimmt. „Ich versuche, das passende Tier zu finden. Bislang sind alle Tiere, die ich vermittelt habe, gut untergekommen.“ Es sei die Pflicht, die Besucher des Tierheims zu beraten und dafür Sorge zu tragen, dass die Tiere in die richtigen Hände kämen. „In dem speziellen Fall habe ich der Mutter und ihren Kindern angeboten, eine andere, scheuere Katze zu nehmen. Darauf wollten sie sich aber nicht einlassen.“

Viele Leute würden beispielsweise auch nicht verstehen, dass kleine Katzenwelpen nicht das richtige Tier seien, wenn die Besitzer den ganzen Tag zur Arbeit weg seien. „Die Kleinen brauchen nun mal regelmäßige Betreuung.“

„Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Wir bekommen Steuergelder für unsere Arbeit. Da ist es doch widersinnig, viel Geld in Tiere zu investieren, die nach drei Wochen plattgefahren auf der Straße liegen“, wirbt Heick um Verständnis für den Tierschutz und dafür, dass genau darauf geachtet wird, ob größere Straßen in der Nähe sind.

Viele Interessenten würden zudem nicht verstehen, dass sie im Falle einer Vermittlung eine Gebühr zahlen müssten. „Wir geben viel Geld für Kastration, Impfung, Entwurmung und Entflohung aus“, so Heick. „Das bekommen wir durch die Vermittlungsgebühr sowieso nicht wieder herein.“

Zurzeit warten über 40 Katzen bei der Tierschutzgruppe auf neue Besitzer. Das Katzenhaus ist täglich von 9.30 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr persönlich und telefonisch unter Telefon 0176/53511193 erreichbar.

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